17. Juni, Tag der Deutschen Einheit


Der Arbeiter Eberhard von Cancrin wurde von den SED Schergen und Sowjets von einem Lastwagen gezerrt und ohne jedes Verfahren auf einer Mülldeponie erschossen. Seine Frau und seine Kinder, die in der kleinen sächsichen Stadt Geithain wohnten, wußten nicht warum der Ehemann und Vater nicht mehr nach Hause kam.  Zum 17. Juni!

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  1. Posted by Suum Cuique on 19. Juni 2012 at 12:47

    Ein Name im Heer der Namenlosen.

    – 1913, vierzig Jahre zuvor, steht die deutsche Nation in ihrer
    Hochblüte. Deutschland ist eines der wohlhabendsten Länder
    der Erde. Es ist der erste moderne Sozialstaat der Geschichte.
    Geschafft haben die Deutschen dies aus eigener Kraft und ohne
    fremde Beeinflussung.
    In diesem Jahr wirde das deutsche Reichs- und
    Staatsbürgerschaftsgesetz erlassen:

    http://www.documentarchiv.de/ksr/1913/reichs-staatsangehoerigkeitsgesetz.html

    Deutscher ist, wer als Deutscher geboren wurde, und nicht wer nach
    obrigkeitlichen Erwägungen zum „Deutschen“ gemacht wird. Ein
    basisdemokratischer Gundsatz, den die BRD neunzig Jahre später
    aufheben wird.

    – 1923, dreißig Jahre zuvor, mit der Inflation verlieren die Deutschen alles
    Geldvermögen, und damit einen Großteil ihres individuellen Handlungsspielraums,
    ihrer Freiheit. Für das deutsche Volk beginnt das Leben auf pump.

    – 1933, zwanzig Jahre zuvor, hatte die seit 1929 herrschende Weltwirtschaftskrise
    zweite eine Schockwelle der Armut über Deutschland hinwegfegen lassen. Der
    daraus hervorgegangene nationalsozialistische Staat beendet den eintausendjährigen Partikularismus in Deutschland und beschert den Deutschen etwas völlig Neues in ihrer Geschichte: den Zentralstaat auf republikanischer Grundlage.

    – 1943, zehn Jahre zuvor, enthüllt sich die Janusköpfigkeit der Demokratie mit
    dem ersten massenhaften alliierten Bombenterror für alle Deutschen, ganz gleich,
    wen sie jemals „gewählt“ haben sollten. Jeder einzelne Angehörige
    eines Volkes wird von nun an für alle wirklichen und vermeintlichen Handlungen
    des Staates verantwortlich gemacht, und es wird völkerrechtlich legitim, ihn dafür
    zu bestrafen.
    In Teheran, der von den Alliierten besetzten Hauptstadt des Iran, kommen die
    „Großen Drei“ Roosevelt, Stalin und Churchill zusammen, um erste Absprachen
    über die Verteilung der bald einzubringenden Kriegsbeute zu treffen.
    Der große Weltenbrandstifter Churchill gibt in seinen Memoiren, sein „Streichholzspiel“ anekdotisch wie folgt zum besten:
    „Ich sagte, wir seien wegen Polen in den Krieg eingetreten. Polen sei daher für uns sehr wichtig. Nichts sei aber wichtiger als die Sicherung der russischen Westgrenze. […] Persönlich sei ich der Ansicht, Polen könnte gegen Westen vorrücken, wie Soldaten, die mit zwei Schritten links aufschließen. Wenn es dabei einigen Deutschen auf die Zehen trete, so müsse man sich damit abfinden, aber ein starkes Polen sei eine Notwendigkeit. […] Eden bemerkte an dieser Stelle, die Auffassung, die Stalin am Nachmittag geäußert habe, Polen könne im Westen bis an die Oder gehen, habe ihm starken Eindruck gemacht. Eden meinte, was Polen im Osten verliere, könnte es im Westen gewinnen. Stalin erwiderte, möglicherweise sei dem so, aber er wisse es nicht. Ich demonstrierte dann mit drei Streichhölzern, wie ich mir Polens Marsch nach Westen vorstellte. Das amüsierte Stalin, und in dieser Stimmung gingen wir auseinander.“
    (Winston Churchill: Memoiren – Der Zweite Weltkrieg, Bd. 5, Stuttgart 1954, S. 49 f.)

    Für die Betroffenen ein millionenfaches Todesurteil – und ein amüsierter Stalin…

    -1953, Stalins Todesjahr. Nichts passt dazu besser als folgende Heine-Verse:

    „Lächelnd scheidet der Despot,
    denn er weiß, nach seinem Tod
    wechselt Willkür nur die Hände,
    und die Knechtschaft hat kein Ende.

    Armes Volk! Wie Pferd und Farrn
    bleibt es angeschirrt am Karrn
    und der Nacken wird gebrochen,
    der sich nicht bequemt den Jochen.“

    Der Aufstand richtet sich zunächst gegen die von den Pankower Bonzen
    verfügten Arbeitsnormerhöhungen. Die Deutschen in jenem Fragment des
    einstigen Deutschen Reiches wollen sich noch nicht zu Arbeitssklaven
    machen lassen und begehren auf. Die Deutschen im kapitalistischen Fragment
    zeigten allerdings schon damals wenig Solidarität; freuten sich jedoch später
    über einen zusätzlichen arbeitsfreien Tag.

    – 2003, fünfzig Jahre später, beseitigt Bundeskanzler Schröder, was die Deutschen
    sich neunzig Jahre zuvor friedfertig und mit Fleiß geschaffen haben. Zusammen
    mit seinem Spießgesellen Peter Hartz kreiert er in Deutschland die reaktionärste
    Gesetzgebung seiner Geschichte. Unter dem Titel „Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ entsteht ein Gesetzgebungswerk, das, unter der Bezeichnung „Hartz4„ deutsche Arbeitnehmer gleichsam in ein Sklavendasein zurückstößt. Das
    deutsche Staatsbürgerschaftsrecht von 1913 wird gleichzeitig durch eine
    Allerweltsstaatsbürgerschaft ersetzt. Den Deutschen jeden Rest von Identität und
    Selbstachtung zu nehmen, ist hier das unverkennbare gesetzgeberische Ziel.
    Die Arbeitsnormerhöhung durch den Bonzen Schröder löst allerdings keinen
    Aufstand mehr aus. Stattdessen ruft Schröder selbst zum regimekonformen „Aufstand der Anständigen“ auf.

    – 2013, hundert Jahre nach der deutschen Hochblüte, sechzig nach dem…
    (…soll man nun mittel- oder ostdeutschen Aufstand sagen?) ….„Ereignis“, müssen
    da noch einmal die Normen erhöht werden, weil die „Bürgschaften“ für andere
    den gigantischen deutschen Schulden zugeschlagen werden? Wird die Kreditwürdigkeit Deutschlands soweit herabgestuft, daß keine Importe mehr valutiert werden können, brechen allgemeines Elend, Hungersnöte und Gewalt aus? Reihen
    wir uns in das Heer der Namenlosen?

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