Die unerträgliche Bigotterie eines Bischofs


Der oberste Bischof der Protestanten in Deutschland muß auch noch seinen Senf zum Thema Drygalla absondern. Statt als Seelsorger für das gejagte Mädchen einzustehen und christlichen Trost zu spenden, spielt er sich im Olympiadorf wie ein gnadenloser Pharisäer auf. Er fordert von der Ruderin Reue, für was eigentlich, mit dümmlichen Bibelzitaten, wie diese: „Wenn ein Gottloser von seiner Gottlosigkeit umkehrt, so soll’s ihm nicht schaden, dass er gottlos gewesen ist“ oder „Bei Hesekiel lernt man, daß es Umkehr geben kann und daß man die auch Frau Drygalla zugestehen muss“. Der Schreiber dieser Zeilen ist Protestant und ruft dem obersten Bischof zu, „Sie sind wohl von allen Geistern verlassen, denn sonst hätten Sie sich in der Springer Zeitung, Die Welt, nicht so äußern können!“ Was wohl Christus zu dieser Scheinheiligkeit seines Bischofs sagen würde?  Aber urteilen Sie selbst: Die Welt: Präses Schneider fordert Reue von Nadja Drygalla!

 

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10 responses to this post.

  1. Posted by fepma on 17. August 2012 at 19:27

    Ich stelle mal hier eine weitere Antwort der persönlichen Referentin des Bischofs ein:

    „Sehr geehrter Herr xyz,

    Ihre Antwort auf unser Schreiben vom 9. August d.J. haben wir zur Kenntnis genommen. Die Intention der Aussagen Präses Schneiders haben wir bereits in unserem ersten Schreiben ausführlich dargelegt. Sie haben Recht, wenn Sie anmerken, dass diese Intention in den Veröffentlichungen der Presse, namentlich im Artikel in der Welt vom 7./8.8.2012, nicht klar genug zum Tragen kam. Präses Schneider bedauert, dass durch die knappe Form seiner Aussage der Eindruck entstehen konnte, er werfe der Ruderin Nadja Drygalla ein konkretes Vergehen und/oder eine eigene rechtsextreme Gesinnung vor, die diese bereuen bzw. von der sie umkehren müsse. Beides ist nicht der Fall. Auch sei an dieser Stelle betont, dass die Überschrift des besagten Artikels kein Zitat des Ratsvorsitzenden ist und nicht dessen Meinung wieder gibt. Präses Schneider bezog sich in seiner Auslegung der Tageslosung aus dem Propheten Hesekiel bewusst auf die allen Menschen zukommende Möglichkeit der Umkehr (nicht: Reue), die – wie allen Menschen – auch Frau Drygalla (potentiell und unabhängig von einem konkreten Vergehen) zuzugestehen sei. Er ist weit davon entfernt, von Frau Drygalle „Reue“ zu „fordern“, die in der Tat ein konkretes Vergehen zum Anlass haben müsste. Dass durch die verkürzte Form seiner Aussage ein anderer Eindruck entstehen konnte, bedauert Präses Schneider sehr. Dieses Bedauern hat er auch in einem persönlichen Schreiben Frau Drygalla gegenüber zum Ausdruck gebracht.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Bianca Schamp, Pfarrerin

    Persönliche Referentin

    des Vorsitzenden des Rates der EKD

    Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider
    Kirchenamt der EKD
    Herrenhäuser Str. 12

    30419 Hannover

    bianca.schamp@ekd.de

    Da es kein individuelles Email ist, dürfte die Veröffentlichung wohl i.O. sein.

    Immerhin hat Bischof Schneider inzwischen in einem persönlichen Schreiben Frau Drygalla gegenüber sein Bedauern ausgedrückt.
    Das ist doch schon etwas, was viele andere nicht zustande bringen würden.

    Antwort

    • Vielleicht ist es der Aufschrei vieler Bürger über diese Bigotterie, daß sich dieser Bischof jetzt für seine Worte schämt. Wir wissen es aber nicht. Danke für das Einstellen dieser Information, die vom öffentlichen Interesse ist.

      Antwort

  2. Posted by Berwuz on 9. August 2012 at 21:50

    Brief an Nikolaus Schneider:

    Grüß Gott, sehr geehrte Damen und Herren,



    was man da hört schlägt dem Faß den Boden aus. Hat dieser Präses Schneider nichts besseres zu tun als auch noch auf die Psyche der Nadja Drygalla rein zu schlagen. So ein Kirchenoberhaupt sollte sich schämen, es ist eine Schande daß dieser Mensch noch auf einen am Boden liegenden Tritt. Arme Kirche, die Islamisten Verteidigt, die eigenen Christen aber mit Füßen tritt. Blasen denn in unserem Land alle schon in das gleiche Horn der Political Correctnes. Ja wo leben wir denn, sind hier alle der gleichen Meinung, der Meinung derer, die unser Land und unsere Kultur systematisch zerstören? Ich zähle mich Gott sei Dank nicht zu diesem Stimmvolk, welches alles nach der Meinung der Regierenden, von uns nicht gewählten Kaste, abnickt. Diese Regierung, die auch bedenkenlos den ESM unterschrieb, der höchstwahrschenlich verfassungswidrig ist.

    Mit freundlichen Grüßen aus dem Allgäu



    “Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides
 verlieren.”

 Benjamin Franklin

    Antwort Heute: Sehr geehrter Herr ,

    Sie nehmen Bezug auf einen Artikel der „Welt“ bzw. der „Berliner Morgenpost“ vom 7. /8. August 2012 und die darin zitierten Äußerungen des Vorsitzenden des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider. Ihre Mail haben wir zur Kenntnis genommen.

    Dennoch möchten wir Ihnen den Hintergrund der genannten Äußerungen des Ratsvorsitzenden erläutern:
Dem Ratsvorsitzenden war es wichtig, deutlich zu machen, dass es zu keiner „Sippenhaft“ kommen darf und dass Nadja Drygalla nicht für die Gesinnung ihres Freundes verantwortlich zu machen ist. Gleichzeitig hat er betont, dass das christliche Menschenbild wesentlich davon geprägt ist, dass Umkehr immer und für jeden Menschen möglich ist. Diese Grundaussage hat er zum Anlass genommen, dafür zu werben, dass wir „fehlerfreundlich“ miteinander umgehen, Barmherzigkeit untereinander walten lassen und jedem Menschen das Recht auf Änderung zugestehen, statt uns gegenseitig der Über-Tribunalisierung und „Hetze“ der öffentlichen Meinung auszusetzen. Die Tatsache, dass in der Berichterstattung ein gegenteiliger Eindruck entstanden ist, bedauert Präses Schneider sehr.
    Alle bisherigen Äußerungen des Ratsvorsitzenden machen deutlich, dass er jeder öffentlichen Vorverurteilung von Personen, die aufgrund eines bloßen Verdachts entsteht und jeder öffentlichen „Hetzjagd“ auf Personen mit deutlicher Kritik gegenüber steht. Dies hat er wiederholt zum Ausdruck gebracht – etwa in seiner Rede beim Berliner Johannisempfang im Juni dieses Jahres (s. http://www.ekd.de/vortraege/2012/20120628_schneider_johannisempfang.html) oder jüngst bei seiner Rede in der Evangelischen Journalistenschule in Berlin (s. http://www.ekd.de/vortraege/2012/20120803_rv_journalistenschule.html).

    Wir hoffen, mit diesen Erläuterungen den Hintergrund der Aussage Präses Schneiders verständlicher gemacht zu haben und verbleiben mit freundlichem Gruß aus Hannover

    Bianca Schamp, Pfarrerin

    Persönliche Referentin
    des Vorsitzenden des Rates der EKD
    Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider
Kirchenamt der EKD
Herrenhäuser Str. 12
    30419 Hannover

    bianca.schamp@ekd.de

    Antwort

    • Ein Leser der Worte von Bischof Schneider hat diesem daraufhin einen geharnischten Brief geschrieben. Wie anders soll ein Leser die Worte dieses Pfarrers, geäußert in der Springer Zeitung, Die Welt, anders interpretieren, als wir sie nannten, „Scheinheiligkeit, Bigotterie“. Seine persönliche Referentin versucht jetzt ihren Chef herauszupauken. Wir bedanken uns für den Schreiber aus dem Allgäu, daß er uns das Antwortschreiben, das sicherlich mit Schneider abgestimmt ist, zur Veröffentlichung uns zuschickte. Beurteilen Sie es selbst.

      Antwort

      • Posted by um on 10. August 2012 at 16:58

        Offensichtlich haben alle, die sich per E-Mail bei der EKD beschwert haben, dasselbe Antwortschreiben von seiner persönlichen Referentin bekommen.

        Er sollte „Buße tun“, öffentlich seinen Fehler bekennen und sich persönlich bei dem Mädchen entschuldigen.

        Hat dieser Mann seinen Aufenthalt bei Olympia eigentlich mit Kirchengeldern finanziert?

    • Posted by fepma on 10. August 2012 at 6:42

      Dieses Antwortschreiben der persönlichen Referentin ist ein Standardschreiben, wahrscheinlich ein Massen-Email, das jeder erhält, der sich per Email kritisch an Herrn Schneider wendet.
      Ich habe ein identisches Emai erhalten.
      Bedauerlicherweise kümmert sich die evangelische Amtskirche seit Jahren schon nicht mehr um die Verkündung des Evangeliums, sondern man meint dort, zu Allem seinen Senf dazu geben zu müssen.

      Antwort

  3. Bischof im Olympiadorf ? Was hat der da zu suchen ? SKANDAL !

    Antwort

  4. Posted by Gutartiges Geschwulst on 8. August 2012 at 13:43

    Großer Gott, wie wüdelos und scheimig! Leider kann man nur einmal aus der Kirche austreten.
    Eine junge Frau, wie Nadja Drygalla, ist wohl ausreichend hilflos, um die Beißreflexe unserer politisch-medialen Gesinnungs-Köter bis zur Tollwut zu steigern.
    Hier erhalten sie Heldenmut zum Sonderpreis; auch für kleine Blockwarte erschwinglich.

    Antwort

  5. Posted by Suum Cuique on 8. August 2012 at 8:19

    Matthäus 7:1-2
    „Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet.
    Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden.“

    – Der Reue geht eine Tat voraus. Die Forderung, „Gedankengut“ zu bereuen, ist nicht nur absurd, sie ist totalitaristisch. Das Gedankengut eines Menschen ist darüberhinaus stets ein variabler Teil seiner Persönlichkeit. Es verändert sich mit jeder Erfahrung, mit jeder Erkenntnis.

    „…Quia peccavi nimis
    Cogitatione, verbo, opere et omissione“

    „..daß ich Gutes unterlassen und Böses getan habe. Ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken“, heißt es im katholischen Schuldbekenntnis. Ein allgemeines Schuldbekenntnis, daß sich auf jeden Menschen bezieht. Daß aber explizit auch eine entsprechende Taten oder Handlungen voraussetzt.

    Es ist vermessen, von einem Menschen zu verlangen, sein „Gedankengut“ zu bereuen. Das „Gedankengut“ ist ein Teil des privatesten Ichs. Gedankengut oder Weltanschauung entstehen aus der individuellen Wahrnehmung der Umwelt eines Menschen, sind auch Teil seiner Sozialisation. Man kann ihnen im Gespräch das eigene Gedankengut oder die eigene Weltanschauung entgegensetzen; aber anmaßend „Reue“ vom Andersdenkenden zu verlangen, ist – und hier trifft dieser Begriff wirklich einmal ins Schwarze – menschenverachtend.

    Matthaeus 7:16
    „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“

    – Das gilt mehr für einen pharisäerhaften Pfaffen, der geistlichen Trost vorenthält, als für einen Menschen mit nachgesagtem „falschen“ Gedankengut.

    Antwort

  6. Posted by Kassandra von Troja on 8. August 2012 at 8:00

    Christus würde zu diesem Bischof das sagen, was er damals auch schon gesagt hat: „Du Pharisäer“. Er war damals schon sehr angepisst von diesen Leuten und nannte sie Schlangen- und Natterngezücht, anzusehen wie hübsche Gräber aber inwendig voll von Unrat und Totengebein. Diese Pharisäer haben damals die Menschen auch mit ihren zumeist selbstgemachten Ge- und Verboten, mit Wortklaubereien und dem Einfordern von dem, was sie selbst nicht tun wollten, in Schach gehalten und drangsaliert und dieser Bischof sollte nicht mit Bibelzitaten um sich werfen. Eines der Gebote Gottes lautet auch: Du sollst kein falsches Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Du sollst deinen Nächsten nicht drangsaliern und plagen.

    Antwort

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