Nichts bleibt so wie es ist


Wir wollen das heute mal an drei Beiträgen festmachen.

In einem alten Wirtshaus in Sachsen fanden wir diese alte Zeitung von 1873 mit einer Beschreibung der Zustände in Niederbayern zu dieser Zeit. Niederbayern wird als besonders rückständig, unsicher und gefährlich von dem sächsischen Beobachter dargestellt. Heute ist Niederbayern eine der fortschrittlichsten Region Deutschlands.

Zweimal anklicken, dann kann man den Bericht sehr gut lesen!

Hin und wieder haben wir auf Texte des Niederbayerns Gerhard Bauer verwiesen. Nun nennt er in diesem Aufsatz, “ in jedem Ende wohnt ein Anfang inne! Wir sind der Meinung man kann, ja man darf so denken, auch wenn wir diesen Sätzen von Gerhard Bauer nicht folgen werden. Wir erkennen eine gewisse Niedergeschlagenheit und Resignation. Änderungen zum Positiven wie auch Negativen können über Nacht eintreten oder brauchen vielleicht ein Jahrhundert. Deshalb haben wir diesen Zeitungsbericht von 1873 über den Aufsatz von Gerhard Bauer gesetzt.

4:0 geführt und dennoch wurde die deutsche Fußballmannschaft von den kämpferischen Schweden in den verbleibenden 30 Minuten noch niedergerungen. Was sagt uns das, wer resigniert der verliert. Daraus hat der Chefredakteur von COMPACT, Jürgen Elsässer, auch einen politischen Aufsatz geschrieben, der sehr lesenswert ist und durchaus zu unseren Betrachtungen an dieser Stelle passt. 4:4 nach 4:0 Führung!

7 responses to this post.

  1. Posted by Suum Cuique on 18. Oktober 2012 at 14:15

    „Wenn wir uns die letzten 100 Jahre betrachten. Aus dem Kaiserreich ging die Weimarer Republik hervor, aus dieser das nationalsozialistische Deutschland, aus dieser wiederum das, was wir BRD und DDR nennen. Wir Deutsche wurden in verschiedenen Systemen geprägt und erzogen. Trotzdem waren immer grundlegende Unterschiede zwischen den Folgesystemen.
    Ich ziehe daraus den Schluss, es macht, in den großen Dingen, keinen besonderen Unterschied, wie man erzogen oder geprägt wird.
    Größere Strömungen bestimmen den Ablauf, diesen Strömungen gilt es auf den Grund zu gehen.“ (Gerhard Bauer)

    – Dieser Gedankengang, Herr Bauer, klingt zunächst plausibel, doch ist hier Widerspruch anzumelden. Geprägt hat die Deutschen zweifelsohne das Kaiserreich – und die darin enthaltenen Königreiche und anderen Bundesstaaten. Aber für die Weimarer Republik und den aus ihr hervorgegangenen Nationalsozialismus trifft dies nur sehr bedingt zu. Die geistige Prägung von 1920 bis 1945 – nur fünfundzwanzig Jahre – dürfte es kaum gegeben haben. Die großen Deutschen jener Jahre, ob Oswald Spengler, Stefan George, Richard Strauß, Wilhelm Furtwängler, Gerhard Hauptmann, Otto Klemperer, Ernst Jünger und viele ungenannte andere waren durch das Kaiserreich geprägt. Tiefer veranschaulicht wird das durch die Liste der Träger des Ordens Pour le Merite:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Tr%C3%A4ger_des_Ordens_Pour_le_M%C3%A9rite_f%C3%BCr_Wissenschaften_und_K%C3%BCnste

    Wenn es überhaupt eine geistige Prägung durch die Republik gab, dann haben viele der durch sie Geprägten den Zweiten Weltkrieg nicht überlebt.
    Die Nachkriegsaufbauleistung war großenteils noch einmal die Leistung der im Kaiserreich geprägten Deutschen.
    Die eigentliche Bruchstelle in der deutschen Geschichte ist mit dem Beginn der sechziger Jahre anzusetzen. Von da an begann das Gute in den Deutschen auszusterben.

    Seit Beginn der sechziger Jahre hat sich die Republik „alternativlos“ verfestigt – und damit auch mehr und mehr die Anzeichen einer Zukunftslosigkeit der Deutschen.
    Darin ist eine der größeren Strömungen der Geschichte zu erkennen. Die Republik nahm den Deutschen Halt und Lebenskraft – aber erst nachdem sie schon vierzig Jahre Unheil stiften konnte. So lange danach wirkte noch die geistige Kraft des besten Deutschlands, das es bis jetzt gegeben hat.

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  2. Ich will gar nicht den „altersweisen Schlaumeier“ herauskehren, doch ich verstehe Gerhard Bauer gut. Im Laufe des Lebens verschieben sich Prioritäten und Prämissen bei der Betrachtung und Bewertung des Lebens.

    Im fortgeschrittenen Lebensalter hasten doch so einige Dinger durch, Illusionen sind futsch, Überzeugungen haben sich entweder verändert, gewandelt oder sind gefestigt usw. Ich vermute, Du bist noch jung.

    Das ist prima. Darum gibt es diese „Stabübergabe“, die Weitergabe der Alten an die Jungen. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie mein Großonkel als Familienoberhaupt alle Insignien unserer Familie (Dokumente, Grundbücher, Fotos, Ehrendolche usw.) an mich übergab. Ich werde dereinst auszuwählen haben, an wen ich diese übergeben werde.

    Was ich damit sagen will, kämpft mit aller Kraft
    die Kämpfe heutiger Tage aus, das ist gut so !

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  3. Posted by Suum Cuique on 18. Oktober 2012 at 12:10

    Aus dem Text geht eigentlich eher hervor, daß Niederbayern zur damaligen Zeit unter der Frühform dessen litt (allderdings sehr viel weniger), was in der Bundesrepublik euphorisch als „kulturelle Bereicherung“ bezeichnet wird.
    Damals wie heute waren Deutschlands Grenzen offen. Ähnliches dürfte daher auch für die Elchniederung, Masuren, für das südöstliche Posen, die Eifel, das Emsland und Südoldenburg sowie für das nördliche Schleswig im Jahre 1873 gegolten haben.
    Einsame Gegenden, abseits der damaligen Hauptverkehrsströme, die einen Grenzübertritt jener begünstigten, die sich nicht so gerne sehen ließen.

    Deutschland war noch groß. Der nächstgelegene Punkt der staatlichen Ordnungskräfte oft weit entfernt und schwach besetzt. Für Ordnung sorgte die Gendarmerie, hervorgegangen aus der leichten Kavallerie. Eher Soldaten als Polizisten. Zwar oft weit weg, aber wenn die Bevölkerung sie zu ihrem Schutz brauchte, war sie für sie da. Etwas, das so selbstverständlich von der bundesrepublikanischen Polizei nicht unbedingt zu behaupten ist.

    Allerdings, auch in den letzten Jahrzehnten hat es in ostbayerischen Einödgegenden gelegentlich Vorfälle wie die im Zeitungsartikel des Jahres 1873 beklagten gegeben. Die deutschen Zeitungen meldeten da zum Beispiel einen Fall, bei dem die Familie eines Einödbauern ausgelöscht wurde und dieser zunächst in Verdacht geriet. Erst später wurde er entlastet, und man ging von „Durchreisenden“ als Täter aus.

    Darüber hinaus muß der Schreiber dieser Zeilen Herrn Bauer beipflichten. In der überbevölkerten BRD wird alles bis in den hintersten Winkel zersiedelt. Wenn das ein Fortschritt ist, dann doch ein recht zweifelhafter.
    Deutschland hat verloren, was nicht zuletzt auch ein Land ausmacht: Größe, Weite, Einsamkeit – Rückzugsgebiete für Mensch und Tier.

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  4. Zu Niederbayern: Etwas weniger „Fortschritt“, wäre besser und wir hätten mehr niederbayerisches in unserer Heimat. Niederbayern wird zersiedelt, zubetoniert und ehemals schöne Gemeinden und Marktflecken werden zusehends durch Gewerbegebiete verbaut und verschandelt. Von den damit verbundenen Zuwanderung ganz zu schweigen.
    Auf den Fortschritt könnte man auch gut verzichten.
    Damals durften sich die Niederbayern noch Waffen kaufen und diese auch mit sich führen. Heute sind wir so fortschrittlich, dass der Besitz von Waffen fast schon ein Verbrechen ist, vor allem dann, wenn der Staat diesen nicht genehmigt und protokolliert.

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  5. Noch was, der Vergleich mit den Flaschen der sog. Nationalmannschaft passt überhaupt nicht.

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  6. Von Resignation keine Spur. Wer meinen Artikel aufmerksam liest, wird feststellen, dass sich lediglich die Prämissen verschieben.

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    • Wenn wir den Text nicht aufmerksam gelesen hätten, dann hätten wir auch den Zusammenhang nicht so „konstruiert“. Wir sind der Meinung alle drei Texte sind interessant und lesenswert.

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