Selbst ist der Mann – Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott


Die Woche fängt mit einem lesenswerten Aufsatz von Gerhard Bauer gut an. Er stellt die Frage, brauchen wir Führer ?

2 responses to this post.

  1. Posted by karl friedrich on 3. Dezember 2012 at 15:20

    Kürzlich bat man auf zeit.de um Zukunftsvisionen.
    Mein Kommentar unter all den Gutmenschenvisionen bekam immerhin eine Empfehlung.
    Er lautete ungefähr:

    Wenn meine Leute auf Ihren Planeten kommen
    dann werden sie, nachdem einige Listen abgearbeitet sind, einen Rat einsetzen aus Vertretern von Mittelstand und Familienunternehmen.
    Sie werden das „Soziale Marktwirtschaft“ nennen.
    Wahlen außerhalb des Rates bleiben verboten.

    Pessimistische Grüße aus Hanoi.

    Antworten

  2. Posted by Suum Cuique on 3. Dezember 2012 at 12:29

    „Man darf nicht vergessen, die Treue, die Liebe, die Hingabe die Bismarck an den Tag legte, galt nicht dem deutschen Volk, den deutschen Landen, sie galt dem preußischen Herrscherhaus.“

    —-

    – Das ist richtig, doch das eine schließt das andere nicht aus. Dabei bleibt hervorzuheben, Bismarck war kein „Führer“. Er war preußischer Ministerpräsident und deutscher Reichskanzler. Der einzige Minister des Kaiserreichs. Seine Ressortchefs im Kabinett waren allesamt Staatssekretäre und nicht Minister.
    Ein nicht geringer Teil des politischen Einflusses lag zudem auch bei den Ministerpräsidenten der anderen Bundesstaaten. Ihnen gegenübergestellt waren die Landtage (in Preußen zwei Kammern), der Reichstag und der Bundessrat. Einen „Führer“ konnte es nicht geben und man wollte ihn auch nicht.

    —-

    „Er führte ein Herrscherhaus, das eigentlich schon erledigt war, zu ungeahnter Größe und zu einem ebensolchen Absturz…“

    —-

    – Zu sehr neben der Spur, Herr Bauer. Aus eigener kraft hatte sich Preußen in der vorbismarck’schen Zeit vom Agrarland zum Industrieland entwickelt. Das 19. Jahrhundert war ein Jahrhundert allgemeiner Verarmung in Europa. Die industrielle Revolution war nicht zuletzt eine Konsequenz, die ihre Ursachen in der agrarischen Verarmung hatte.
    Der Weberaufstand 1844 und die Revolution von 1848/49 hatte das preußische Königshaus unbeschadet überstanden. 1851 bekam Preußen eine Verfassung. Als „Kartätschenprinz“ verschrien, außer Landes gegangen, kehrte Wilhelm zurück, um die Regentschaft für König Friedrich Wilhelm IV. zu übernehmen, wurde preußischer König und hochverehrter Deutscher Kaiser.
    Bismarck trat zurück, als die Divergenz der politischen Ansichten zwischen ihm und Kaiser Wilhelm II. unüberbrückbar wurden. Sie waren es, weil die Intentionen in Richtung auf einen „Volksstaat“ gingen, Bismarck hingegen im ständischen Denken seiner politischen Prägejahre verharrte. Ein Konflikt, der ebenfalls ganz Europa bis weit in das zwanzigste Jahrhundert durchdrang.
    Noch während des Ersten Weltkriegs wurde als politisches Credo am Reichstagsgebäude die Widmung „Dem deutschen Volke“ angebracht. Welche Entwicklung der deutsche Volksstaat mit Sicherheit genommen hätte, läßt sich mit Verweis auf die skandinavischen Königreiche erahnen.

    —-

    „Tatsache ist, Führer vertreten immer bestimmte Interessengruppen oder sich selbst und Interessengruppen hängen sich an sie und versuchen durch sie ihre Interessen zu wahren, je nachdem welcher Typus Führer an der Spitze einer Nation steht, welche gesellschaftlichen Normen gerade gültig sind.
    Dies gilt nicht nur für uns Deutsche, grundsätzlich ist dies allgemein gültig.“

    —-

    – Vollkommen richtig. Deshalb ist die deutsche Republik auch ein „Führerstaat“ geworden und es bis heute geblieben. Ob ultramontane oder alliierte Interessen. Ob Industrielle oder Sozialisten. Ob Nationalisten oder Antideutsche. Der Führerstaat ist das Medium zur Durchsetzung ihrer Ziele. Die grundgesetzliche Basis, die den Bundeskanzlern die Befugnisse einräumt, macht den jeweiligen Bundeskanzler zum Führer. Er kann – und das geschieht wiederholt – offen gegen die exitenziellen Interessen des Volkes regieren. Das konnte und WOLLTE weder ein Bismarck noch ein Hohenzoller!

    —-

    „Sie [die Führer] müssten Übermenschen sein, hellsichtig, menschenfreundlich, frei von menschlichem, sprich eigenen Vorlieben und Interessen.
    Wir erwarten vom Führer, dass er unsere Probleme, die uns gestellten Aufgaben löst.“

    —-

    – Messianischer Glaube ist es, der das Führerprinzip so leicht anwendbar macht. Das glit für die USA und alle ihre Vasallen, die das Führerprinzip als „Demokratie“ übernehmen mußten. Nicht zuletzt auch für die Deutschen.

    Eine parlamentarische Monarchie benötigt keinen Führer. Sie kann das Wirken gesellschaftlicher Kräfte ausbalancieren. Eine Republik dagegen kommt kaum ohne Führer aus. Der Führer versinnbildlicht die Peripetie politischer Interessen, die in seinem Amt ihren Kulminationspunkt erreichen.

    Am Führerprinzip scheint der Westen insgesamt letztendlich zu scheitern.

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