Kinder sind nicht attraktiv?


Allein diese Schlagzeile an erster Stelle der Nachrichten beim Deutschlandfunk reflektiert eigentlich eine „verkommene“ Gesellschaft. So knallhart muß man es schon sagen. Kinder sind unattraktiv? Und deshalb bekommen die Deutschen keine Kinder mehr?

Kinder sind eine Bereicherung, mehr als jede Karriere, Fernreisen, Vergnügen, Golfplatz! Freuen wir uns am Kinderlärm! Was ist die Welt ohne Kinderlachen?

Wer ungewollt keine Kinder bekommen konnte, leidet zeitlebens darunter. Nur auf sich fixierte Egoisten sind sicherlich nur vordergründig glücklich. Zur Selbstbeurteilung hier der Verweis zur FAZ , wobei wir wieder auf interessante Lesermeinungen hinweisen wollen.

Einer wird besonders deutlich (Zitat):

„Hinderlich sei nicht zuletzt das kulturelle Leitbild …… einer „guten Mutter“, die zu Hause erzieht, so eine Studie.“
Es fehlen einem die Worte. Man weiß gar nicht, was man zu so viel Verlogenheit sagen soll. Fehlt nur noch, dass Nazis als „Grund“ für Kinderlosigkeit genannt werden.

3 responses to this post.

  1. Posted by Uranus on 18. Dezember 2012 at 13:13

    Unattraktive Kinder gab es schon in den 1950-iger Jahren, soviel kann ich nur aus eigener Erfahrung schildern. Mein Vater hat mich in meinen Säuglings- und frühen Kindheitsjahren in seinem Jähzorn unzählige Male krankenhausreif geschlagen, ohne daß das, außer einer mitfühlenden Kindergärtnerin, irgend jemanden interessiert hätte. Auf einen solchen „Vater“ hätte ich nun wirklich gerne verzichtet. Immerhin hatte ich das Glück, daß sich meine Eltern scheiden ließen, als ich 6 Jahre alt war. Scheidungsgrund war die extreme Brutalität meines Vaters, die er auch seiner Ehefrau, also meiner Mutter gegenüber walten ließ. Ich kam zu meiner Mutter. Damit war für mich (und für meine Mutter) wenigstens die Zeit der brutalen Schlägereien vorbei. Von Friede, Freude, Eierkuchen konnte aber auch danach für mich keine Rede sein.

    Im Säuglingsalter hatte mich die Schwester meiner Mutter, also meine Tante, im Kinderwagen draußen spazierengefahren, da meine Mutter sich schämte, sich mit mir in der Öffentlichkeit zu zeigen. Nach Ansicht meiner Mutter sah ich aus „wie ein abgezogener Hase“. Furchtbar unattraktiv also. Unattraktive Kinder sind deshalb für mich keine Erfindung der Neuzeit. Ich war vor über 50 Jahren schon eins. Hier in Deutschland.

    Mit meinem Kommentar will ich nur mal klarstellen, daß die Geburt eines Kindes nicht immer und überall als glückseligmachende Bereicherung empfunden wird. Meine Geburt war für meine Eltern eine zusätzliche Verstärkung der ohnehin schon vorhandenen enormen psychischen und emotionalen Überlastung, der sie seit Beginn ihrer Ehe aus Gründen, die ich hier jetzt nicht näher erläutern will, ausgesetzt waren.

    Abschießend sei noch bemerkt, daß ich meinen inzwischen verstorbenen Eltern noch zu ihren Lebzeiten restlos alles verziehen habe, was ich an Groll und Wut über meine katastrophale Kindheit und frühe Jugend viele Jahre mit mir herumgetragen habe. Bis mir das allerdings endlich gelang, mußte ich über 40 Jahre alt werden.

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  2. Posted by Suum Cuique on 18. Dezember 2012 at 13:06

    „Kinder sind nicht attraktiv?“

    —-

    – Eine Frage, die sich nur stellt und nur zu beantworten ist, unter den Aspekten einer Konsumgesellschaft.

    Man kann die Frage aber auch umgekehrt stellen: Ist die Bundesrepublik für Kinder attraktiv?
    Wie sieht das Lebensumfeld der meisten Kinder in der Bundesrepublik denn aus? Mietskasernen, wenige Parks und Spielplätze, dafür umso mehr Parkplätze. Deutsche Kinder sind in deutschen Schulen nicht selten eine eingeschüchterte Minderheit. Eine lebensfeindliche Umwelt läßt den Betreuungsinstinkt vieler Eltern – besonders aus den „höheren Schichten“ – gegenüber ihren Kindern ins Groteske steigern, mit dem Ergebnis, daß sie noch mit Mitte zwanzig vollkommen infantil sind und nur für vor dem Leben da draußen beschützten beruflichen Bereichen arbeitstauglich sind; etwa als Berufspolitiker.

    Die Bundesrepublik ist ein einziger überbevölkerter Ballungsraum. Bei Überbevölkerung greift die Natur auf mannigfache Weise regelnd ein und stellt das Gleichgewicht wieder her. Schließlich kann nicht jedes Kind in der Bundesrepublik Berufspolitiker – oder zumindest Chefarzt, Talkmaster beim Fernsehen, Berufssportler, oder, ganz bescheiden, Millionenerbe werden.

    Die Lebensfeindlichkeit in der Bundesrepublik ist eine ganz besondere. Sie ist nicht klimatisch, geographisch oder geologisch bedingt, sondern gesellschaftlich.
    Jahrhundertelang gehörte vor allem der deutsche Mensch einer besonderen Art der Spezies Mensch an: dem Homo Faber – dem schaffenden Menschen. Seine Kindheit uferte nicht aus; er wuchs, geistig, charakterlich. Er tat oftmals mit vierzehn Jahren seinen ersten Schritt ins Berufsleben. Mit Anfang zwanzig konnte er das Fundament seiner Existenz legen. Arbeit war vorhanden – und Arbeit lohnte sich. Der Lohn reichte aus zur Gründung einer Familie; es mußten nicht rund 75 % an Steuern und sonstigen Abgaben an einen Monsterstaat abgeführt werden. Der Mensch besaß Handlungsautonomie und war dazu erzogen, sie verantwortungsvoll zu nutzen.
    Ganz anders ist es in der alles und alle bevormundenden Bundesrepublik, die dem Menschen nicht das kleinste bißchen Selbstbestimmtheit läßt.
    In allem bleibt ein Kind der Bundesrepublik ein Kind – sein Leben lang. Und die Natur sieht es nicht gern, wenn Kinder Kinder bekommen.

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    • Posted by Uranus on 19. Dezember 2012 at 10:50

      Obige Ausführungen empfinde ich als ganz hervorragende Zusammenfassung der Gründe, warum heute die BRD Finanzagentur GmbH den letzten Platz aller Nationen dieser Erde einnimmt, was die Geburtenrate anbelangt.

      Das wird sich aber auch wieder ändern. Schon Frederik Vester hat vor über 30 Jahren in seinem Buch „Neuland des Denkens“ darauf hingewiesen, daß die Überalterung einer Gesellschaft nur eine vorübergehende Erscheinung ist und keine demographische Katastrophe, so es denn gelingt, das Denken innerhalb nur zweier Generationen etwas zu erweitern und in einem Zeitrahmen von mehreren hundert Jahren zu rechnen.

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