Aufschrei nur für Nichtigkeiten erlaubt?


Aufschrei scheint nicht gleich Aufschrei zu sein. Wir erinnern an die Sexismusdebatte um Brüderles Handkuss an einer Nachtbar. Auf allen Kanälen wurde Skandal geschrien, Rundfunk- und Fernsehanstalten in den Nachrichten voran, keine Talkshow fehlte. Zehntausende Twittereinträge mit der Raute vor dem #Aufschrei empörten sich. Eine Nichtigkeit wurde so aufgeblasen, als gäbe es nichts Wichtigeres. Und viele Deppen, man muß leider das so deutlich hier sagen, spielten das Spiel mit.

Jetzt wurde in diesen Tagen wieder ein Deutscher durch eine Bande Jugendlicher, darunter freilaufende Intensivtäter, totgetreten, und dazu findet kein Aufschrei statt. Das wird, wenn überhaupt darüber berichtet wird, eher als unglücklicher Einzelfall dargestellt. Migrantengewalt im Gastland Deutschland? Das gibt es nicht, unsere Zuwanderer sind eine Bereicherung für uns Deutsche, zudem äußern sie täglich ihren Respekt für unsere Lebensweise und unsere Kultur. Also, das ist wahrlich kein Grund zu einem Aufschrei. Wir reden über den Mord in Weyhe, Niedersachsen, in der Nähe von Bremen. Siehe unsere Berichte dazu in den vergangenen Tagen.

Liebe Politiker es sind zu viele Einzelfälle (und jeder Einzelfall ist einer zuviel), die das Fass zum Überlaufen bringt, bis es nicht nur den wirklich berechtigten Aufschrei gibt! Hier noch zwei Fundsache, nur den Tatsachen verpflichtet, die sie sonst so nicht finden werden. Messerattacken und andere unschöne Dinge auf Deutschlands Straßen! Deutsche Opfer und fremde Täter!

3 responses to this post.

  1. Posted by Alma Gestos on 2. August 2013 at 15:20

    Oh, Deutschland!
    Wie tief bist Du gesunken?

    Deutsche Opfer werden inzwischen als Opfer Vierter Klasse behandelt!

    Welche Schande!

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  2. Posted by motherplant on 16. März 2013 at 9:28

    Mordfall Kirchweyhe – Gemeinde verbietet Mahnwachen …
    http://www.radiobremen.de/nachrichten/kurz_notiert/mordfallkirchweyhe102.html

    Mir wird ganz anders. Ehrlicherweise bin ich mir aber nicht sicher, ob mich mehr das Verhalten der Medien/Politiker anwidert, oder doch meine eigene Passivität.
    In der Schule hatten wir uns immer gefragt, warum unsere Großeltern im Dritten Reich nichts unternommen hatten – die Frage stelle ich mir schon lange nicht mehr. Ich muss nur in den Spiegel schauen…

    Trotzdem ein schönes Wochenende.

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    • Posted by Uranus on 16. März 2013 at 14:57

      Hallo motherplant, keinesfalls sind Sie passiv. In den Spiegel zu schauen ist eine höchst aktive Tätigkeit. Nur wenige Menschen tun das wirklich, weil es schmerzhaft ist. Wenn Sie sich in der Schule und letztlich doch auch heute gefragt haben, warum unsere Großeltern im Dritten Reich nichts unternommen haben, so zeigt mir das, daß Sie willens sind HINzuschauen und die Parallelen zur heutigen Zeit zu sehen. Wir sollten unsere Großeltern allerdings nicht verurteilen, denn im Dritten Reich gab es etliche, die etwas unternommen haben. Viele davon wurden von den Schergen des Systems deswegen ermordet. Diese Gefahr besteht auch heute. Das, was früher SA, SS, Gestapo oder später auch DDR-Stasi hieß, heißt heute Antifa, Ruhrbarone oder GLADIO.

      Zur Frage, was man denn aktiv gegen Gewalt in jeder Form tun kann, empfehle ich auf jeden Fall, sich intensiv mit folgender Frage zu beschäftigen:

      Wieviel Böses entsteht dadurch, das Böse zu bekämpfen?

      Zwar gehöre ich keiner kirchlichen Organisation an, verweise ich in diesem Zusammenhang aber trotzdem einmal auf Jesus. Die Schilderungen in der Bibel setze ich jetzt einfach als historisch einigermaßen korrekt voraus. Was hat er denn Schlimmes getan, um von den Schergen des damaligen politischen Systems auf grausame Weise ermordet zu werden? Er hat nicht mit Gewalt gegen Gewalt gekämpft. Er hat nicht zum bewaffneten Kampf gegen das damalige politische System aufgerufen.

      Er hat die Menschen gelehrt HINzuschauen und zu Lieben. Und genau das ist auch heute das, was die Machthaber und Schergen des heutigen politischen Machsystems mehr fürchten, als alles andere:

      Menschen, die gelernt haben, oder die dabei sind zu lernen, HINzuschauen, ohne sich dabei ihre Menschlichkeit zerstören zu lassen. Um genau das zu verhindern, sehen wir alle uns täglich einer grausamen, perfiden, ja geradezu teuflischen grün-totalitären Propaganda in fast allen öffentlichen Berichterstattungsmedien ausgesetzt, die zum Ziel hat, jegliche Menschlichkeit und jegliches Zusammengehörigkeitsgefühl von Menschen untereinander in jedweder Form zu zerstören. Spaltung hoch drei. Teile und herrsche.

      Wenn wir uns also heute fragen, was wir denn wirksames gegen Gewalt und das Böse schlechthin tun können, so habe ich für mich selber jedenfalls folgende Antwort gefunden: Zu lernen HINzuschauen und damit auch in den eigenen Spiegel, ohne mir dabei meine Menschlichkeit zerstören und mich auf die Seite des Hasses und der Schuld ziehen zu lassen.

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