Die Außensicht eines Patrioten auf Deutschland


Für unseren kleinen Gesprächskreis „Runder Tisch DGF“ ist es immer noch ein kleines Wunder, daß täglich in aller Welt unsere Beiträge gelesen werden. Gerade jetzt, Echtzeit sagt man heute dazu, sind es u.a. 6 aus Russland, 3 aus Finnland und 3 aus Neuseeland. Vielleicht erkärt das dieser Brief, den wir gestern erhielten:

Lieber “Runder Tisch”,

„…die Suche nach Gerechtigkeit, nach einer Diskussion jenseits der verordneten Meinungen…“, die Suche nach wirklicher gesellschaftlicher und politischer Auseinandersetzung. Ja, danach dürften viele Deutsche rund um den Globus streben. Das deutsche Mutterland ist als solches in anderen Ländern nicht mehr wahrnehmbar. Ob man nun in San José (Costa Rica, mit dem schönen Leitspruch: „¡Vivan siempre el trabajo y la paz!“ / „Es lebe für immer die Arbeit und der Friede!“), Toronto, Madrid, Budapest, St. Petersburg oder auch Tallinn lebt, man nimmt Deutschland kaum noch wahr. Gibt es in der Ferne neue lesenswerte Bücher aus Deutschland? Neue, interessante Filme? Gastiert im Theater ein international gefragter deutscher Künstler? Nichts davon! Keine geistige Regung, die man aus Deutschland verspürt, und von der man behaupten kann, sie sei etwas Deutsches. Wenn man nicht das neue Vaterland als etwas Eigenes annimmt, verfällt man in Identitätslosigkeit. Nimmt man jedoch die Gedanken- und Gefühlswelt des neuen Landes in sich auf, wird einem bei einem Besuch in Deutschland alles fremd, absurd, irreal, ja, sogar nicht selten abstoßend vorkommen.

Verständnislos blickt man von draußen nach drinnen – und fragt sich, wie das alles möglich ist. Die Freiheit in Osteuropa wurde von den Menschen dort als wiedergewonnene Selbstbestimmtheit verstanden, und das Leben danach ausgerichtet. Auch wenn es wirtschaftlich nicht immer ohne Härten abging, man konnte arbeiten und mit der Arbeit sich eine selbstgeschaffene Existenz aufbauen. Diese Freiheit haben sehr viele Menschen in Ost- und Mittelosteuropa zu schätzen und nutzen gewußt, sie genießen jetzt die Früchte ihrer Arbeit, während gleichzeitig die völlig entmündigten Deutschen ohne Murren ihren Abstieg in die Hartz-4-Armut antreten. Das kann doch nicht wahr sein!

Lieber „Runder Tisch“ , ihr schafft eine Plattform für einen Gedankenaustausch nicht zuletzt auch für jene Menschen, die „von draußen nach drinnen“ schauen und ansonsten ratlos Zeugen einer Entwicklung sind, die in anderen Ländern nur mit Verständnislosigkeit quittiert werden würde. Dafür gebührt Ihnen Dank. Ja, Dank auch für gelegentliche zensorischen Eingriffe, die eben auch aufzeigen, wie eng der geistige Raum ist, den die real existierende „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ nur noch gewährt.

Es grüßt aus Hamburg mit beinahe baltischer Wintersonne,

Ihr S.C.

3 responses to this post.

  1. Posted by Auswanderer on 17. März 2013 at 19:52

    „Wenn man nicht das neue Vaterland als etwas Eigenes annimmt, verfällt man in Identitätslosigkeit.“

    Sehe ich ganz genauso. Ich lebe da, wo die Bremer Stadtmusikanten (s.o.) stehen, und liebe dieses Land. Wenn ich in den Blogs lese, was so in Deutschland vor sich geht, bin ich einfach fassungslos und heilfroh, daß ich hier eine neue Heimat, ja, mein neues Vaterland gefunden habe. Patriotismus ist hier völlig normal, Patrioten werden nicht als „Rechte“ (mit negativem Unterton) diffamiert.

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  2. Wir erhielten diese Zuschrift, weil wir in dem deutschsprachigen Auftritt „das Wochenblatt“ http://wochenblatt.cc/ fragten, wie ist die Außensicht der Deutschen in Paraguay auf Deutschland?

    Einen Gruß aus Paraguay nach Niederbayern.

    Schön, dass ihr Euch an den Diskussionen in unserem Wochenblatt beteiligt.

    Der Aufforderung mal meine Sicht auf Deutschland als Außenstehender zu schildern, werde ich in kürze nachkommen.

    Zunächst mal dieser Link hier, der ungefähr auch meiner Meinung über die Lage in Deutschland entspricht.

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/16/tagesschau-diffamiert-anti-euro-partei-afd-als-rechtsextremisten/

    Mit freundlichen Grüßen aus San Bernardino
    A.G.

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  3. Posted by Uranus on 15. März 2013 at 16:05

    Allein ein solches Schreiben lesen zu dürfen war es schon wert, daß der „Runde Tisch DGF“ gegründet wurde und hoffentlich noch lange existiert!

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