Nachdenkliches aus Marktl am Inn/Oberbayern


Gedanken zur Wahl! Von Gerhard Bauer. Fundsache!

7 responses to this post.

  1. Über die Frage teilnehmen oder nicht, kann man letztendlich nicht diskutieren. Es gibt für und wider gute Argumente..
    Es ist die persönliche Entscheidung jedes einzelnen. Eine Verantwortung kann man natürlich auch Nichtwählern auf´s Auge drücken. Sie hätten ja zur Wahl gehen können und dies oder jenes verhindern können.
    Man ist in einem Teufelskreis gefangen, wenn der stärkere, bösartige, unterstellende Gegner es so will.

    Antworten

    • Posted by Suum Cuique on 23. September 2013 at 9:36

      „Eine Verantwortung kann man natürlich auch Nichtwählern auf´s Auge drücken. Sie hätten ja zur Wahl gehen können und dies oder jenes verhindern können.“

      – Ein solcher Gedankengang, lieber Herr Bauer, wäre reiner Sophismus. Die BRD, ihre Ideologie, die „Freiheilich-Demokratische Grundordnung“ und ihre Parteistrukturen bilden ein in sich geschlossenes System, in das nichts hineingetragen – und logischerweise von außen auch nichts verantwortet werden kann.

      Das Ergebnis der Wahlen hat eine ideologische Konzentration des Regimes mit sich gebracht, Die Zahl der Fraktionen ist kleiner geworden; eine Radikalisierung des Systems ist zu erwarten. Aus den Blockparteien wird mehr und mehr eine Einheitspartei. Das heißt, das System beginnt sich verstärkt von innen her aufzuzehren.

      Für die Deutschen steht nunmehr eine Phase der Erstarrung des Regimes und der weiteren Vernichtung ihrer wirtschaftlichen Ressourcen bevor. Nicht weil der Wähler „dumm“ ist und daher keine „Alternative“ gewählt hat, sondern, weil wir es hier mit einem historischen Entwicklungsprozeß zu tun haben, einem „morphologischen“ Prozeß, wie dies Oswald Spengler in seinem „Untergang des Abendlandes“ so eindrucksvoll beschrieben hatte.
      Die übergroße Mehrheit der Wähler stimmte für den Parteienblock, die sich mehr und mehr abzeichnende „Einheitspartei“. Das ist kein Wunder. Dieses Wahlverhalten stellt ein „Zusammenrücken“ dar. Es lodert noch eine Flamme der Hoffnung auf den Schutz durch jene Parteien, die in der Gesellschaft verankert sind. Aber diese Flamme wird auch nur dazu beitragen, das Ausglühen des Systems zu beschleunigen.
      Dann kommt die Stunde all derer, die sich ihre innere Freiheit gegenüber dem Regime bewahrt haben. Und die wird man nicht im akademischen Elfenbeinturm finden. Nicht selten allerdings kommen sie, befreit von den Fesseln der alten Ideologie, auch aus dem Kreis bestehender Parteien. Vor allem wäre das denkbar aus deren Randbereichen, etwa der CSU, etwa der Partei der Linken. Für alle Oppositionellen, die nicht im herrschenden Regime involviert sind, bestehen hier Adaptionsmöglichkeiten, die einen Geist der Veränderung zu schaffen in der Lage sind.

      In diesem Sinne, allen Leser einen guten Start in die neue Woche!

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  2. Posted by Tyrannosaurus on 22. September 2013 at 4:02

    Wem wirklich etwas an Veränderung liegt der kann nur die ALTERNATIVE für UNSER Deutschland wählen!
    Denn die ist unsere letzte, einzige und beste Chance auf Besserung durch Veränderung!
    Wir brauchen eine echte Interessensvertretung im Bundestag!
    Danke!
    Ihr Tyrannisaurus!

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  3. Posted by Suum Cuique on 21. September 2013 at 20:03

    „Wer nicht wählt, gibt die geringe Einflussnahme die wir haben freiwillig und ohne Not aus der Hand.
    Was erreicht er damit?
    Die Frage ist leicht beantwortet. NICHTS, nicht das Schwarze unter dem Fingernagel.“

    – Bei jeder Art von Wahlen werden psychologische Tricks angewandt, um aus dem Ergebnis eine Legitimation für eine nicht anders zu legitimierende Herrschaft abzuleiten.
    Das Versprechen einer, wenn auch geringen Einflußnahme, wie auch das Appellieren an das Verantwortungsbewußtsein des Einzelnen gehören dazu.
    Herrschaftsmechanismen funktionieren gerade in der Demokratie weitgehend unbeeinflußt durch Wahlen. Die BRD ist das beste Beispiel dafür.
    Wahlen geben allerdings den „Schwarzen Peter“ der Verantwortung für vom Wähler weitgehend nicht beeinflußte politische Entscheidungen an die Wähler, an das Volk zurück – ganz nach dem Motto: „Ihr habt ja A.H., G.H oder A.M. gewählt, nun müßt Ihr die Kosequenzen tragen.“ Diese Konsequenzen enthalten alles, was an politischen Handlungen so denkbar ist: Verschuldung, wirtschaftlicher Ruin, territorialer Raub, bis hin zur völligen physischen Vernichtung eines Volkes. Das Volk, das „wählte“, hat es nicht anders gewollt…

    Die Demokratie verschafft dem Herrschenden über den Blankoscheck des Volksvotums einen großräumig erweiterten Handlungsspielraum. Das herrscherliche Gottesgnadentum setzte jedem Machtanspruch immer noch gewisse ethische Grenzen. Die Demokratie, frei von jeder Spiritualität, einzig auf einen imaginären „Wählerwillen“ zurückgeführt, sprengt diese Grenzen und erweitert den Spielraum der Macht gewaltig – wenn’s dann schiefgeht, war der Wähler, war das Volk schuld und muß bestraft werden.

    Die geringe Einflußnahme, die der Wähler bei einer Wahl hat, ist eine wirkliche Schimäre. Jagt er ihr hinterher, nimmt er die Verantwortung für ihren Lauf auf sich. Eine nicht selten geringe Verantwortung. Eine Verantwortung, die noch generationenweit auf seine Nachkommen zurückfallen kann. Die theoretische „Einflußnahme“ steht also in keinem Verhältnis zur tatsächliche Verantwortung, die der Wähler auf sich lädt.
    Darüber hinaus stellt sich dann auch noch die Frage der vielfältigen Manipulationsmöglichkeiten, die dem Herrschenden in einer Demokratie zur Verfügung stehen, um ein seinen politischen Intentionen entsprechendes Wahlergebnis zu erziehlen.

    Wenn ein Wähler für seine Enthaltung auch nichts bekommt, so hat er sich zumindest nicht darin gemein gemacht, einem Herrschenden einen totalitären Blankoscheck erteilt zu haben. Es ist eine Frage persönlicher Würde, sich zu weigern, einer Demokratie, die sich einen ideologischen Habitus angelegt hat, zu folgen.

    Man gönne einem Menschen, der sich einer „Wahl“ verweigert, diese innere Freiheit, diesen Rest Würde, mit seiner Enthaltung Taten, die seine Vernunft, sein Rechtsempfinden, seine Ethik nicht zu tragen bereit sind, durch Wahlenthaltung nicht legitimiert zu haben, denn das ist die einzige wirkliche Einflußnahme, die ein Wähler letztendlich hat.

    Antworten

    • Posted by Tyrannosaurus on 22. September 2013 at 4:06

      Wahlenthaltung ist Feigheit vor dem Feind!
      Und was noch schlimmer ist: Man lässt seine Kameraden im Stich!
      Solche Nihilisten haben keine Berechtigung Irgendetwas zu kritisieren!
      Denn denen geht es nicht um Verbesserung, sondern die suchen nur einen Grund zum Meckern!
      Die Wahlverweigerer sind die besten Unterstützer der Blockparteiern, die uns in den Ruin treiben!
      Danke!

      Antworten

      • Unser niederbayerischer Gesprächskreis empfiehlt durchaus zur Wahl zu gehen, denn wir sehen derzeit keinen anderen Ansatz einer Möglichkeit zur Veränderung. Aber dieser Angriff gegen S.C. ist überzogen. Es ist besser mit wirklichen Argumenten gegenzuhalten. So sehen wir unsere Funktion als bestehender Gesprächskreis, aber auch hier als virtuelle Runde im Internet. Vielleicht läßt sich im Austausch, auch kontrovers, ein Zukunftsansatz für unser Volk finden. Deshalb gehen unsere sonntäglichen Grüße an

        S.C. und Tyrannosaurus!

        „Runder Tisch DGF“

      • Posted by Suum Cuique on 22. September 2013 at 12:30

        Der Feind, lieber Tyrannosaurus, ist das System, und die Teilnahme an der Wahl nichts anderes als ein Dienst am System. Mit der Wahl ist keine wirkliche Mitentscheidung an politischen und gesellschaftlichen Sachfragen verbunden; sie ist nichts anderes als eine Bejahung und Legitimierung des Systems, bei der der Wähler seine politische und soziale Mitwirkung wie Hut und Mantel an der Garderobe abgibt.

        Im übrigen ist der fehlende Glaube an die Heilkraft der Parteien kein Nihilismus. Im Gegenteil, hier liefern die historische Erfahrung, der Glaube an den eigenen Verstand und die eigene Einsichtsfähigkeit das ausschlaggebende Argument.

        Seit mehr als anderthalb Jahren ist der Schreiber dieser Zeilen ehrenamtlicher Mitarbeiter einer Wohlfahrtsorganisation innerhalb eines großen sozialen Netzwerkes in Deutschland, das sich um die Rechte der Betroffenen einer Gesetzgebung bemüht, die ihre Legitimationen durch Wahlen erhalten hat, elementare Rechtsgrundsätze auf den Kopf zu stellen. Es war, wenn man Ihrer Ansicht folgen wollte, „der Wähler“, der seine deutschen Landsleute in den Niedriglohn trieb, in die mit „Hartz4“ verbundene Armut und Rechtlosigkeit, in ein System, das dem Menschen die Würde raubt. Die Betroffenen der bundesdeutschen Entrechtungspolitik sind auch Wähler. Trotzdem wäre es vermessen, sie als „selber schuld“ an ihrer alles andere als hoffnungsvollen Lage zu bezeichnen.

        „Wer nicht wählt, darf auch nicht meckern“, das ist auch so ein bundesrepublikanischem Untertanengeist entsprossener Propagandaspruch. Klaglos ist alles zu schlucken, was die Parteien ihren Untertanen eintrichtern. Wer aber wählt, lädt nach dieser Logik auch alle Schuld auf sich, die auf politische Entscheidungen von Parteien zurückgehen.

        Und nun sei an Sie einmal die Gewissensfrage gestellt, werden Sie eine Partei wählen, die das millionenfache Unrecht, das die Gesetzgebung der letzten Dekade verursacht hat, auch nur im geringsten zu revidieren willens und imstande ist? Gibt es so eine Partei überhaupt?
        Wenn Sie wählen, gehen Sie einer Staatsbürgerplicht nach, ohne Zweifel. Aber wollen Sie auch einmal Freiwilligkeit üben? Dann versuchen Sie einmal sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie es um die Opfer einer Gesetzgebung, die durch Wahlen legitimiert wurde, bestellt ist. Machen Sie mit bei der AWO, der Caritas, der Diakonie, der Familienpflege, dem Sozialverband oder den Rotariern u.v.a. Da ist jeder willkommen – und jeder gewinnt einen Einblick, was demokratische Gesetzgebung anrichten kann. Für den Schreiber dieser Zeilen ist das die Alternative zur Teilnahme an der Wahl. Er sitzt, während er diesen Text verfaßt an seinem Arbeitsplatz und versucht für seine Klienten Lösungen für Ihre Probleme zu finden. Auch am Sonntag, auch am Wahltag! Und er tut das ohne sich irgendwelchen Illusionen hinzugeben, daß man mit der Teilnahme an einer Wahl etwas verändern kann. Er tut es in der ganz bescheidenen Hoffnung für einzelne Menschen konkret ein wenig was zu verbessern.

        Ihnen und allen Mitlesern noch einen schönen Sonntag!

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