Mehr sehen als nur Schwarz/Weiß


Mehr sehen als Schwarz/Weiß – Unterschiede wahrnehmen – Übergänge gestalten. Wir übernehmen diese Fundsache, diesen Aufsatz von Gerhard Bauer, weil er so gut zur Kontroverse passt, die gestern als Leserkommentare von S.C. und Tyrannosaurus bei uns eingestellt wurden.

4 responses to this post.

  1. Posted by Uranus on 25. September 2013 at 22:03

    Auch von meiner Seite volle Zustimmung, Herr Bauer. Etliches von dem, was Sie hier ansprechen, läuft bereits im Rahmen der sogenannten „digitalen Revolution“, wovon die Systemberichterstattung natürlich kein Sterbenswörtchen verlauten läßt. Solange Stromversorgung und Internet noch einigermaßen funktionieren, erfolgt die Vernetzung der beteiligten Menschen vorwiegend per Internet. Auch der Internetauftritt des ‚Runden Tisches Niederbayern‘ ist für mich ein Bestandteil dieser digitalen Revolution. Dabei wird nicht gegen „daß System“ gekämpft, sondern es wird versucht, quasi am System vorbei eigene Gedanken zu denken, eigene Perspektiven zu entwickeln und eventuell sogar schon Taten folgen zu lassen.

    Ein Beispiel: Menschen überlassen den Schutz der Tiere, auch der Schlachttiere, nicht mehr nur der Frau Landwirtschaftsminister Aigner, sondern nehmen das Heft des Handelns selbst in die Hand, indem sie sich für eine vegane Ernährung öffnen und so der Fleischindustrie mit allem damit verbundenen Massentierhaltungs- und Tötungselend gewissermaßen das Wasser abgraben. Damit verbundenen wird auch den Metzgereien und Gastronomiebetrieben nichts anderes übrig bleiben, als sich schon jetzt mit dem künftig noch stärker sinkenden Fleischkonsum auseinanderzusetzen.

    Da alles, was von der Regierungspolitik und der damit eng verbandelten Systemberichterstattung seit Jahrzehnten und Jahrhunderten über die Menschen ausgeschüttet wurde, nicht anderes war als Spaltung, Spaltung und nochmals Spaltung auf allen Ebenen des Seins, ist es von größter Wichtigkeit, daß die Menschen lernen, die Spaltungsbestrebungen in all ihren Facetten zu erkennen und stattdessen konstruktive zwischenmenschliche und familiäre Interaktionen zu pflegen, ja zu zelebrieren.

    Und nicht vergessen:

    Das einzig beständige war, ist und bleibt der Wandel!

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    • Posted by Suum Cuique on 26. September 2013 at 8:40

      „Dabei wird nicht gegen „daß System“ gekämpft, sondern es wird versucht, quasi am System vorbei eigene Gedanken zu denken,[…]“

      – Hervorragend auf den den Punkt gebracht, lieber „Uranus“.

      „Da alles, was von der Regierungspolitik und der damit eng verbandelten Systemberichterstattung seit Jahrzehnten und Jahrhunderten über die Menschen ausgeschüttet wurde, nicht anderes war als Spaltung, Spaltung und nochmals Spaltung auf allen Ebenen des Seins […]“

      – Soweit man damit eine ideologisierte Regierungspolitik und eine alleine auf ihren Fundamenten begründete Unfreiheit der Forschung, Lehre und Gedankenbildung meint, ist das richtig. Das Dogma zum Prinzip erhoben, zieht beinahe automatisch die Spaltung nach sich. Eine grundlegende kulturgeschichtliche Paradoxie, die sich mit dem Aufkommen der Ideologien ins Absurde gesteigert hat.

      Nun kann die Emergenz eines Systems auch ganz anders wirken. Die Geschichte liefert dafür ebenfalls sehr viele Beispiele.
      Wir haben es hier mit einem ontologischen Problem zu tun. Körper und Geist welchen Staates, welcher Gesellschaft? Körper und Geist welcher Menschen, Kulturen und Zivilisationen?
      Machen wir uns dabei klar, daß unser Bewußtsein die wohl für unser Leben bedeutendste emergente Eigenschaft ist, dann verstehen wir, daß jeder von uns auch ein Teil der Gestaltung des Lebens seiner Mitmenschen und Mitgeschöpfe ist. Hier stellt sich dann die große Frage der Ethik, der eigentlichen Gegnerin jeder Ideologie.

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      • Posted by Uranus on 28. September 2013 at 1:06

        Ihr obiger Kommentar, lieber ‚Suum Cuique‘, hat mir etwas ins Bewußtsein zurückgeholt, das im Begriff war, der Verdrängung anheim zu fallen. Mit dem Vorwurf an die Regierungspolitik, die totale Spaltung zu betreiben, verband ich auch insgeheim die trügerische Hoffnung, damit rein gar nichts zu tun zu haben. Als Angehöriger des Kollektivs der BRD Finanzagentur GmbH, verbundenen mit dem schmerzlichen Bewußtsein, daß jegliches Handeln einer Regierung auch ein Spiegelbild des kollektiven (Unter-) Bewußtseins des ihr anvertrauten Kollektivs darstellt, habe ich sehr wohl eine gewisse Mitverantwortung an dieser allgegenwärtigen Spaltung.

        Das soll mich aber nicht daran hindern, umso mehr ebenso mitverantwortlich zu sein am Erhalt der deutschen Sprache, am Aufbau konstruktiver zwischenmenschlicher Beziehungen und mittels Verstärkung meiner individuellen Zuversicht auch an einer Reduzierung der allgemeinen kollektiven Befürchtungen vor einer ungewissen Zukunft.

        Erschwert werden diese Bemühungen allerdings durch eine weitverbreitete Umdeutung sprachlicher Begriffe. Ein Krieg ist heutzutage eine „Friedensmission“ und die oben beschriebene Spaltung kommt allzu oft als „Gerechtigkeit“, oder schlimmer noch, als „soziale Gerechtigkeit“ daher. Gegen Friedensmissionen und Gerechtigkeit ist ja nicht wirklich etwas einzuwenden. Wenn solche Begriffen dann auch noch in stilistisch und grammatikalisch einwandfrei formulierte Propagandatexte eingebunden sind, wird es nicht einfach sein, die dahinterstehenden Geister und Absichten zu erkennen. Die erschütternden Textbeispiele aus einem anderen Beitrag von Ihnen, in dem Sie Auszüge aus dem Wahlprogramm der CDU/CSU darlegen, worin die deutsche Sprache als Sprache von Debilen verwendet wurde, sind da nicht ganz so hinterhältig, da die Verfasser solcher Texte ohne Umschweife den Zustand ihres Geistes für alle ersichtlich offenlegen.

  2. Posted by Suum Cuique on 22. September 2013 at 14:13

    „Im Falle des Systems und eines evtl. gewünschten Systemwechsels bedeutet dies für mich, der evolutionäre Weg ist vorzuziehen, wenn nicht gar der einzige Weg zu einem wahren Wechsel.“

    „Vor allem bedeutet evolutionärer Systemwechsel nicht nur Ablehnung, sondern und vor allem Vorbereitung, Planung, Vorstellen von Änderungen und Alternativen.“

    „Die geistigen Voraussetzungen zu schaffen, damit der Systemwechsel voranschreiten und sich entwickeln kann, damit wir KEINE Zusammenbrüche, Revolutionen und ähnliches erfahren müssen. Wir nicht und erst recht nicht unsere Kinder und Enkel.“

    – Absolute Zustimmung, Herr Bauer!

    Eines der Wesensmerkmale einer guten Politik ist, den Gegner nicht auszugrenzen, sondern ihn in das Bessere einzufügen. Ist nicht vollkommene ideologische Verblendeung im Spiel, dann gewinnt jeder.
    Das beste Beispiel in der politischen Geschichte Deutschlands, ist die Nachgeschichte der Revolution von 1848. Das nur ein Vierteljahrhundert später entstandene Deutsche Reich ist nicht zuletzt auch von „Achtundvierzigern“ verwirklicht worden.
    In die Heimat der eigenen Gedankenwelt alle miteinbeziehen, die sie erweitern und ausgestalten können, die Politik entideologiesieren, einen Raum zu schaffen, mit dem sich alle identifizieren können – und Toleranz und Respekt gegenüber gegenteiligen Ansichten zu üben, die man zwar als anders auffaßt, die jedoch nichtsdestotrotz irgendwo auch Teil einer gemeinsamen Gedankenwelt sind, das ist groß gedachte Politik, das ist staatsmännisch!

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