Wenn die Maurer fehlen, wer baut dann die Häuser für die Akademikergesellschaft?


Es wird immer wieder vom Fachkräftemangel geredet. Auch vermittelt man uns, daß wir Deutschen, im Vergleich zu anderen Ländern, wie z.B. zu Spanien, noch viel zu wenige ausgebildete Hochschulabsolventen haben. Keiner stellt die Frage, wer backt das Brot, wenn die Bäcker fehlen? Wer baut die Häuser der Akademiker, wenn es keine Maurer, Zimmerer und Dachdecker mehr gibt? Warum ist eigentlich die Arbeitslosenquote unter jungen Akademikern in Spaniern besonders hoch? Das sind eigentlich ganz einfache Fragen, die wir hier immer wieder stellen, aber nicht beantwortet kommen. Dazu fanden wir bei „blu-News“ diesen interessanten Beitrag. Die 100% Akademiker Gesellschaft!

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7 responses to this post.

  1. Posted by Uranus on 26. November 2013 at 10:33

    Die angemessene Verteilung der wirklich benötigten Arbeitskräfte in einer Marktwirtschaft ist ein komplexes Thema, bei dem, wie bei allem, eins das andere bedingt. Einerseits braucht es kaum noch gelernte Bäcker, sondern nur noch Hilfskräfte (Fachkräfte?), die die industriell vorbereiteten Backmischungen in Backvollautomaten einfüllen, bzw. die tiefgefrorenen Teiglinge in den Ofen schieben und die fertigen Backstücke am anderen Ende rausholen.

    Anderseits wollen viele Leute aber auch die Preise nicht bezahlen, die ein Bäckermeister verlangen muß, der handwerksgerecht arbeiten will. Es ist eine Krux.

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    • Posted by Suum Cuique on 26. November 2013 at 15:30

      „Die angemessene Verteilung der wirklich benötigten Arbeitskräfte…“

      – Lieber ‚Uranus‘ bei aller Komplexität dieses Themas sollte nicht vergessen werden, daß Arbeit volkswirtschaftlich auch gerechter verteilt werden kann. Kürzere Arbeitszeiten und eine Entlastung des Arbeitnehmers von Steuern und Abgaben wären eine Perspektive für eine Lösung des Problems.
      Warum wird überhaupt eine Lohnsteuer eingezogen? Sie ist volkswirtschaftlich als besonders verderblich anzusehen. Im Kaiserreich gab es auch keine Lohnsteuer. Die beiden großen Enzyklopädien jener Zeit – der ‚Brockhaus‘ und der ‚Meyer‘ – definierten eine Steuer auf Arbeit noch als unethisch. Erst seit der Machtergreifung der „Arbeiterpartei“ SPD wird die Lohnsteuer auf Arbeit erhoben. Heute zahlt jeder Berufseinsteiger / Lehrling vom ersten Tage seines Arbeitslebens an Lohnsteuer, die über den Steuerapparat umverteilt u.a. beim „Ewigen Studenten“ als Transferleistung ankommt. Perverser geht’s nimmer.
      In der Schweiz gibt es bis heute kein Equivalent zur Lohnsteuer – und der Wohlstand der schweizer Bürger ist beträchtlich höher als der der BRDianer.

      Arbeit muß ihren Wert und ihr Ansehen aus sich selber schöpfen können – und nicht als bloße „Wertschöpfung“ für Abschöpfer verstanden werden. Es muß wieder ein Verständnis für den Wert guter Arbeit geschaffen werden – und nicht für den Profit, den Staat und „Investoren“ aus der Arbeit ziehen!

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  2. Posted by Zeit aufzuräumen on 25. November 2013 at 16:18

    Es gibt doch Wer-Weiss-Was.de
    Sollen mal sehen wieviel Wert das Handwerk hat!!!!


    Bin seit 40 Jahren Handwerker mit 2 erlernten Berufen, ohne Meister zu sein und damit konnte ich mich nicht selbstständig machen.
    Den Kommentar oben, den ich schonmal geschrieben habe zu diesem Artikel, den kann ich nur immer wieder bestätigen.
    Wenn der aber wieder Zensiert wird, dann nur, weil ich im besonderem den Nerv damit getroffen habe.
    Und es wird sich gewundert, warum das Handwerk so runtergekommen ist!
    Da muß schon Werbung für gemacht werden!
    Jenny hat völlig recht, aber darüber macht sich dieser Blog keine Gedanken.
    Ich bin gelernter Rohrinstallateur und Zahntechniker, die Zahntechnik ist von Platz eins im Handwerk 1988, auf den letzten Platz weit abgeschlagen zum vorletzten 1998 gelandet.
    Ein Beruf, nur noch für Lebenskünstler.

    Der Kernpunkt ist:
    Wir brauchen nicht so viele Häuptlinge, wir brauchen mehr Indianer, aber aus den eigenen Reihen.
    Zum Hungern brauche ich keinen Beruf erlernen, und schon gar nicht ausüben.

    Ich weiß nicht, wer hier bestimmt, was veröffentlicht wird und was nicht. Ich bin der Meinung, daß hier die Blogverantwortlichen noch keinen Hammer in der Hand hatten.
    (den Witz verkneifen wir uns lieber, gelle.)

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  3. Posted by Jenny on 24. November 2013 at 23:09

    Meine Güte — dann sollen die vernünftig zahlen!!! Ein Maurer verdient heute weniger als noch vor 10 Jahren – die Löhne erodieren bei Ausbildungsberufen. 3/4 des Niedrglohnsektors hat ne Ausbildung. Wenn der Maurer ausstirbt, dann weil man den ausgehungert hat und der deshalb BWL studieren gegangen ist. Was glaubt ihr, warum man auf dem Bau Mindestlöhne einziehen musste — Konkurrenz aus Osteuropa statt „goldenes Handwerk“ — Bäcker ist ein Niedriglöhnerjob.

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  4. Posted by Suum Cuique on 23. November 2013 at 11:17

    Der Akademiker, ein Gelehrter?
    Eine Gesellschaft, die nur aus Gelehrten besteht?
    Die Sinnentleerung einer Gesellschaft ist die Folge.

    Um 1914 war Deutschland ein reines Handwerkerland. Die in der Gesellschaft vertretenen Akademiker waren im einstelligen Prozentbereich angesiedelt.
    Handwerker förderten den deutschen Hauptrohstoff, die Kohle, legten die Transportwege, die Eisenbahnen, an, errichteten Hüttenwerke, Fabriken, Werften und bauten Schiffe für den Export fertiger Produkte.
    Techniker und Ingenieure wurden durch die segensreiche Schaffung der Technischen Hochschulen zu Akademikern – blieben jedoch in ihrem Selbstverständnis eher Praktiker als Theoretiker.
    Akademiker, das waren in der gesellschaftlichen Wahrnehmung der Herr Pastor oder Pfarrer, der Herr „Doktor“, der Herr Syndikus, der Herr „Professor“ am Gymnasium. Sie schufen das geistige und soziale Beiwerk einer technischen Zivilisation, aber nicht diese selber.
    Nun ist eine Zivilisation auch heute ohne Technik nicht denkbar. Der praktische Anteil wirklicher Akademiker an der Gestaltung des technischen Fortschritts jedoch kaum höher als 1914.
    Was macht das riesige Herr der restlichen Akademiker? Gar nichts! Es führt ein Drohnendasein. Es läßt Papier bedrucken, zum Beispiel für gelehrte Traktate zur Klimarettung, für die sinnigerweise unzählige Wälder abgeholzt werden müssen. Es stellt „Experten“, die dem Volke das Leben schwerer machen. Es vernichtet produktive Schaffens- und Arbeitskraft.
    Der heutige Akademiker, der nach „Höherem“ strebende Hans-guck-in-die-Luft, der dazu verdammt ist, den Gesetzen der Physik und der Moral folgend, immer wieder hart auf den Boden der Realität aufschlagen zu müssen, führt ein seelenloses Schmarotzerdasein, macht auch die Gesellschaft seelenlos und sinnentleert, führt sie ad absurdum, tötet sie und ihre Fähigkeit zu praktischer Lebensgestaltung.

    Irgendwann, wenn die Gesellschaft wieder in einen von Priestern und Schamanen beherrschten archaischen Urzustand zurückgefallen ist, und der Kreis sich geschlossen hat, kommt vielleicht ein dissidenter Geist, der entdeckt daß Kopf und Hände arbeitstechnisch zusammengehören, auf die Idee, aus ein paar Holzschindeln ein kreisrundes Ding zusammenzuwerkeln und erfindet das Rad neu. Dann geht die Geschichte von vorne los.
    .

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