nachdenKEN über: Zuschauer-Demokratie


nachdenKEN über: Zuschauer-Demokratie. Auf diese Fundsache hat uns unser Gesprächsteilnehmer G.L. aufmerksam gemacht. Leben wir in einer Zuschauerdemokratie oder empören wir uns allenfalls über Nebensächlichkeiten? Etwas zur Kenntnis zu nehmen, das ist zu wenig!

One response to this post.

  1. Posted by Uranus on 17. Februar 2014 at 17:28

    Ken Jebsen führt in seinem Beitrag die Aufforderung von Stéphane Hessel an: „Empört euch!“, um Veränderungen zu bewirken. Dem stimme ich nicht zu. Selbstverständlich darf sich jeder einmal über etwas empören, das ihn ärgert. Aber dann muß es auch wieder gut sein. Eine dauerhafte Empörung ist schädlicher Stress pur und löst keineswegs den Sachverhalt auf, über den man sich empört, sondern führt nur in eine Art dauerhafte Besinnungslosigkeit.

    „Der Ärger ist ein blödes Vieh, er frißt nur Dich, den Anlaß nie!“

    Besser wäre es, sich nach einer Empörung wieder in einen Zustand der Gelassenheit zu begeben. Nur in einem Zustand gelassener Aufmerksamkeit ist es möglich, Schwierigkeiten mit einem klaren Blick zu erkennen und wirklich gute Lösungsmöglichkeiten zu finden. Anstatt „Empört euch!“ rufe ich den Menschen viel lieber zu: „Besinnt euch!“.

    Im weiteren trifft Jebsen die Aussage: „Kriegt euren verdammten Arsch hoch und geht raus auf die Straße!”. Nun gut, das kann man machen, abgesehen von dem ziemlich schlechten Stil Jebsens, seinen Mitmenschen einen „verdammten Arsch“ zu unterstellen, ihnen einen solch rüden Befehl vor den Latz zu knallen und sie damit offensichtlich zum Handeln zu „motivieren“. Anstatt also den Menschen mit einem rüden „Kriegt euren verdammten Arsch hoch…“ eins überzubraten, rufe ich den Menschen lieber zu: „Fangt an, selber nachzudenken und hinterfragt alles, was euch die tägliche grün-braun-totalitäre Demokraturpropaganda aufschwatzen will!“. Das muß der erste Schritt sein, aus dem sich weitere konstruktive Schritte ergeben können.

    Ein möglicher weiterer Schritt könnte beispielsweise die von Vàclav Havel empfohlene Bildung kleiner, von Staat und Parteiensystem unabhängige Keimzellen selbstbestimmten Lebens sein, die sich auf lokaler, kommunaler Ebene selber organisieren. Es dürfte ja mittlerweile unübersehbar sein, daß der Staat und seine Schergen unfähig sind, Probleme zu lösen. Der Staat IST das Problem! Das bedeutet natürlich auch, sich selber die Selbstbestimmung einfach zu nehmen, ohne dabei auf äußere Unterstützung zu hoffen oder auf das Erscheinen eines Heilandes zu warten. Macht hat, wer macht!

    Mit anderen Worten wird das auch in einem sehr guten Kommentar beschrieben, der unter dem oben verlinkten Beitrag von Ken Jebsen zu finden ist:

    Zitat „Menschenrechtslüge“ (Blogname des Kommentators):

    „Ich denke politisch betrachtet liegt das Problem der Untätigkeit der meisten darin, daß kein zukunftsfähiges politisches System existiert, das es wert wäre, sich dafür einzusetzen.
    Meine persönliche Meinung ist, daß es prinzipiell kein politisches System gibt, für das man sich einsetzen sollte. Statt dessen sollte man sich direkt in seinem Umfeld für Wahrheit und Gerechtigkeit einsetzen, und zwar ohne “militant” zu werden. Es kommt vielmehr darauf an, in jeder Situation eine moralische Überlegenheit zu bewahren, durch die sich jeder Gegner von alleine in seinem Gewissen verurteilt sieht, während ihm jedoch zugleich angeboten wird, die Seite zu wechseln. Eine moralische Überlegenheit bewahren kann nur der, der in seinem “Widerstand” oder “Ungehorsam” nicht selber wieder neues Unrecht verübt. Dies erfordert einen klaren, objektiv nachvollziehbaren Maßstab für gut und böse.
    Eine dezentrale Struktur ist dabei unverzichtbar, weil alles andere sofort unterwandert wird.
    Um jedoch auch eine ideologische Unterwanderung dezentraler Strukturen sicherzustellen, bedarf es auch einer Weltanschauungsgrundlage, die unabhängig und unbestechlich ist.“
    Zitat Ende.

    Ich stimme mit dem Kommentator vollständig darin überein, daß derzeit kein politisches System existiert, noch nicht einmal annähernd, für das ich mich einzusetzen bereit wäre. Für die Bildung einer kleinen Keimzelle selbstbestimmten Lebens auf kommunaler Ebene abseits von Partei und Staat aber schon.

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