Heimat Niederbayern: Kloster Metten


Unser Gesprächsteilnehmer W.S. aus Deggendorf schreibt uns:

„Runter von der Autobahn, schaut Euch in unserer Heimat um, nicht nur in Niederbayern. Heute führte ich bei schönstem Frühlingswetter meine drei Freunde und ehemaligen Arbeitskollegen durch meine alte Schule, die Benediktinerabtei, das Kloster Metten. Hier habe ich mein Abitur gemacht. Seit mehr als 1200 Jahren leben in diesen Gebäuden in Metten Benediktiner. Besonders die Kirche und die barocke Bibliothek sind Ausdruck des Selbstverständnisses der Äbte und Mönche, die über Jahrhunderte an diesem Ort lebten, beteten und arbeiteten. Noch heute versucht die Gemeinschaft der Mönche nach der Regel des hl. Benedikt zu leben. Der Wunsch der Mönche ist es, daß die Besucher das Kloster nicht als Museum betrachten und nur das Bauwerk bewundern, sondern auch das geistliche Anliegen der Erbauer und Bewohner verspüren.“

KlosterMetten2732014 Foto unseres Gesprächteilnehmers Dr. P. aus Passau

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  1. Posted by Suum Cuique on 28. März 2014 at 17:42

    „Der Wunsch der Mönche ist es, daß die Besucher das Kloster nicht als Museum betrachten und nur das Bauwerk bewundern, sondern auch das geistliche Anliegen der Erbauer und Bewohner verspüren.“

    – „Ora et labora et lege“.

    Bete, arbeite und schreibe. Die Klöster als Stätten deutscher Gelehrsamkeit. Manchmal auch in ganz eigentümlichem Zusammenhang zu verstehen.
    Ein anderes ehemaliges Benediktinerkloster mit einer in diesem Sinne besonderen Geschichte, ist Grüssau in Niederschlesien.
    Bis zu seiner Säkulariesierung 1810 Zisterzienserabtei, deren bedeutende Buchbestände unter anderem in die Breslauer Universitätsbibliothek gelangten, wurde es 1919 den aus Prag ausgewiesenen Beuroner Benediktinern zu neuen Heimstatt. 1940 wurde Grüssau, wo noch bis 1944 umfangreiche Renovierungsarbeiten stattfanden, von den Nationalsozialisten beschlagnahmt. Im Zuge der diversen Menschenverschiebungen des Zwanzigsten Jahrhunderts war es unter anderem Durchgangslager für deutsche Umsiedler aus der Bukowina und den Karpathen. Danach wurden zahlreiche, zum Teil ungeheuer wertvolle Bücherbestände aus der Staatsbibliothek zu Berlin nach Grüssau ausgelagert. Ein bedeutender Teil der Dokumente des geistigen Deutschlands gelangte in dies Kloster. Für die Bundesdeutschen heute so vergessen wie vieles andere…

    Sich mit dem geistigen Anliegen von Erbauern und Bewohnern von Kulturstätten zu beschäftigen, hat in Bundesdeutschland schon gerade etwas staatsfeindliches an sich, denn wirklicher Denkmalsschutz bedeutet, sich mit etwas zu identifizieren, vor dem ein bundesdeutscher Sechzigerjahrebehördenbau verglichen mit einer Kuppel von Balthasar Neumann so abgestanden, schäbig und ungeistig wirkt wie dieser Staat.

    Architektur ist stets ein gesellschaftliches Programm. Deshalb nun die vielen, angeblich nicht staatlich geförderten Moscheeneubauten?

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