Das Attentat vor 100 Jahren veränderte die Welt


Dazu dieser Beitrag von S.C.:

Heute jährt sich zum einhundertsten Male der Jahrestag, an dem mit den Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz-Ferdinand und seine Gemahlin unsere Welt zerstört wurde. Wenn man den einen das Recht auf Heimat und Identität abspricht, dann stellt man es grundsätzlich für alle infrage. Diesen Punkt haben die Deutschen in der Gegenwart bereits überschritten. Aber was ist ein Mensch ohne Identität? Politische Manövriermasse!

Der heutige, wohl grausamste Jahrestag in der Geschichte der großen Nationen Europas möge Anlaß sein, sich zu besinnen, wie sie war, die Welt, die vor hundert Jahren den Anfang ihres Endes erlebte. Der Schreiber dieser Zeilen ist auf folgende zauberhafte Fotosammlung gestoßen, die er allen Mitlesern für einen Moment der Selbstbesinnung mit den besten Wünschen für das Wochenende empfiehlt:

http://dr-barth.lima-city.de/

6 responses to this post.

  1. Posted by Suum Cuique on 29. Juni 2014 at 14:23

    „…eine Gauneraktion dieser dafür Verantwortlichen Monarchisten, welche mit ihrer Gier nach Osterweiterung auch die dafür geeignete Situation geschaffen hatten…“

    – „Osterweiterung“ ist ein Gegenwartsbegriff. Er hat nichts mit „Monarchisten“ (auch nur ein ideologischer Begriff) zu tun, sondern mit der von NATO und EU forcierten Ausdehnung nach Mittel-/Ost-Europa. Die NATO hat ihren Einflußbereich in Europa bis 1990 stark erweitert:

    http://de.wikipedia.org/wiki/NATO-Osterweiterung#mediaviewer/Datei:NATO_enlargement.svg

    Mit der Ukraine wird geradezu ein Keil nach Rußland hineingeschoben. Und durch Beitritt Georgiens entsteht eine offensichtliche Zangensituation für Rußland. Mazedonien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Serbien und das Kosovo gelten darüber hinaus als willige Beitrittskandidaten. Diplomatische Kreise in Rußland sehen vor allem in der NATO-Osterweiterung einen eklatanten Vertragsbruch des Westens. Die Situation im Europa des Jahres 2014 besitzt mindestens ebensoviel Brisanz wie die politische Konstellation 1914.
    Die demokratischen Herrscher unserer Tage haben eine geopolitische Situation von immenser Kriegsgefahr geschaffen. Sie ist heute eher noch größer als 1914.

    Eine historische Analogie wäre hierzu außerdem noch zu ziehen:
    Das Umschwenken Österreichs im Krimkrieg (1855) von prorussischer Neutralität hin zur britisch-französisch-türkischen Allianz, das damals auf Betreiben polnischer Politiker vollzogen wurde. Die Haltung Rußlands gegenüber den Deutschen in Österreich und Mitteleuropa war von da an in erster Linie von Mißtrauen geprägt. Dieses Mißtrauen wirkte das folgende halbe Jahrhundert nach, stärkte politisch den Panslawismus und ebnete in nicht geringem Maße die Bahn für den Ersten Weltkrieg.
    Da gilt es festzuhalten: Rußland ist wieder mißtrauisch, und es hat einen langen Atem…

    Die diplomatische Pentarchie des 19. Jahrhunderts hat sich nach 1914-45 zu einem Blocksystem gewandelt und über den Kalten Krieg hinaus weiter verfestigt. Heute, im Zeitalter der Demokratie entscheiden über Krieg und Frieden nicht die betroffenen Völker, ihre Herrscher und Regierungen, sondern anonyme Geostrategen im Pentagon. Nur noch von ihnen hängt unser Sein oder Nichtsein ab.

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  2. Posted by biersauer on 28. Juni 2014 at 20:07

    Kaiser Franz, der grenzdebile Trottel, hatte doch diese Kriegserklärung unterschrieben. Ohne den WKI hätte es auch nicht den WKII gegeben.
    Die Deutschen sind derart demoralisiert worden, dass sie nicht wissen wer sie sind.
    ……………………………………………………

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    • Posted by Suum Cuique on 28. Juni 2014 at 23:43

      Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehörten die sogenannten „Prärogative“, darunter auch die staatsrechtliche Vollmacht zur Kriegserklärung, zu den Befugnissen eines Herrschers. In den USA hat sie noch heute der Präsident in seiner Doppelfunktion als Staats- und Regierungschef inne.

      Mit diesem Dokument ist die Kriegserklärung Georgs V. an das Deutsche Reich belegt:

      Auch im „Mutterland der Demokratie“ nahm König Georg V. dieses mittelalterliche Prärogativ wahr, um seinen Teil dazu beizutragen, die Welt in den Krieg zu stürzen. War er auch ein „grenzdebiler Trottel“? Aus dem britischen Commonwealth ist dazu nichts bekannt. Jedenfalls mußte auch Georg V. sich bei seinem Parlament keine Vollmacht zur Kriegserklärung einholen.

      Zur Tragik um den Ausbruch des Ersten Weltkrieges gehörte vor allem jenes Spannungsverhältnis zwischen jahrhundertealter Staatsrechts- und Verfassungstradition auf die sich die Staatsordnungen vor dem Ersten Weltkrieg gründeten und der zeitgenössischen zivilisatorischen Dynamik. Der Große Krieg entstand aus staatsrechtlich damals nicht zu beanstandendem herrscherlichen Entschluß und wurde sodann geführt, und nicht beendet, unter dem Vorzeichen demokratischer Unversöhnlichkeit. Die damit verbundene „Schuldzuweisung“ an Deutschland und die anderen Mittelmächte ist dem ideologischen Anspruch der Demokratie auf Absolutheit und ihren immerwährenden Kampf gegen einen feindlichen Antipoden entsprungen; innerhalb ihres Systems gibt es daher für die Deutschen auch keine Freisprechung. Deshalb wissen die Deutschen nicht mehr, wer sie sind – sie wissen nur eins: sie tragen die Schuld.

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      • Posted by biersauer on 29. Juni 2014 at 10:23

        Da es keine Erbsünde für aristokratisch Volltrottel-Handlungen gibt, ist auch eine Schuldzuweisung an den Deutschen eine Gauneraktion dieser dafür Verantwortlichen Monarchisten, welche mit ihrer Gier nach Osterweiterung auch die dafür geeignete Situation geschaffen hatten und damit gleich wieder für eine Fortsetzung im WKII die Gleise gelegt hatten.

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      • Posted by Suum Cuique on 29. Juni 2014 at 11:06

        Anzumerken und hervorzuheben hierzu ist noch, Demokratien sind offenkundig nicht in der Lage, Kriege durch Friedensschlüsse zu beenden.
        So gingen der deutschen Reichsgründung drei Kriege voraus, die durch Friedensschlüsse beendet wurden, welche ein Ende aller Feindseligkeiten mit sich brachten.
        Zum Königreich Dänemark entwickelten sich danach freundschaftliche Beziehungen, Österreich wurde Verbündeter und Bayern Bundesstaat des Deutschen Reiches mit einer Reihe von Sonderrechten. Lediglich im Falle Frankreichs war es ein wenig anders. Von Seiten Deutschlands gab es nach dem Frankfurter Frieden von 1871 weder Ressentiments noch gar Hass. Von französischer Seite jedoch war das etwas anders, denn die französische Republik war eine Demokratie…

        Demokratien jedoch scheinen friedensunfähig zu sein. Keine Demokratie hat es bis auf den heutigen Tag geschafft, einen Krieg durch einen Friedenschluß zu beenden. Demokratien führen keine Kriege gegen andere Mächte, sondern gegen das „Böse“ an sich. Indem sie darin ihrer eigenen Logik folgen, können sie einen Krieg nur beenden, wenn sie das „Böse“ bedingungslos unterwerfen, es vernichten. Für die Kriegsgegner von Demokratien gilt ausschließlich das Brennuswort: „Vae victis!“
        Die Deutschen haben, wie kein anderes Volk diese historische Faustregel zu spüren bekommen.
        Vergleichbares erfuhren aber auch andere Mächte, man denke nur an die UN-Feindstaatenklausel, und Regionen wie etwa der Nahe Osten.

        Will man unsere Zeitgeschichte seit 1914 wirklich verstehen lernen, dann darf man nicht die ideologiebehaftete Frage nach „Schuld“ stellen, sondern man muß der Demokratie – der Volksherrschaft – die Frage stellen, kann sie dem Unterlegenen vergeben, ihm, wie es zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts hieß, Pardon gewähren.
        Besitzen Demokraten menschliche Größe? So wie sie Diego Velazquez in seiner „Schlüsselübergabe von Breda“ darstellte:

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  3. Posted by Senatssekretär FREISTAAT DANZIG on 28. Juni 2014 at 16:36

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