Absurdistan? Sind wir ein Volk von (Anti)Faschisten?


Im Zuge der Gedenkkultur zur Zerstörung von Dresden erlaubte sich der niederbayerische Gesprächskreis „Runder Tisch DGF“ den damaligen stellvertretenden Parteivorsitzenden der PDS/Die Linke und gleichzeitig Fraktionsvorsitzenden seiner Partei im Sächsischen Landtag, Prof. Dr. Porsch, zu einem Vortrag einzuladen. Seine ersten Worte waren, der „Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen“, damit zielte er auf einen einzelnen Teilnehmer der Gesprächsrunde ab, der Landtagsabgeordneter der NPD war. Er wollte nur weiter referieren, wenn dieser, sein Landtagskollege, verschwinde. Nun die Mehrheit der Gesprächsrunde, darunter zahlreiche CSU- und FDP Mitglieder, auch Funktionäre dieser Parteien und die anderen, fast alle Parteiunabhängige, lehnten das ab. So blieb er bis zum Schluß und es kam durchaus eine fruchtbare Diskussion zustande. Seit dieser Veranstaltung sind 10 Jahre vergangen und man meint heute in Absurdistan zu leben. Jeder, der sich heute zu politischen Entwicklungen nicht im Sinn des politischen Mainstream äußert, gegen den wird die Faschismuskeule herausgeholt. Da sind sich alle Leitmedien und Politiker der Berliner Blockparteien einig. Das erspart ihnen die mühevolle Auseinandersetzung. Auch die scheinbar so liberalkonservative FAZ beteiligt sich daran. Beginnen die jetzt, weil sie immer mehr Leser verlieren, umzudenken? Ob sie durch diesen Artikel zu neuen Einsichten gekommen sind, das sei zu bezweifeln. Für uns ist das aber trotzdem ein Grund, unseren Leser durch Verlinkung darauf hinzuweisen. Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Kampf gegen Rechts – Ein Volk von Antifaschisten!“ Auch die Leserkommentare sind interessant.

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One response to this post.

  1. Posted by Uranus on 19. Februar 2015 at 21:52

    Es ist sicher bemerkenswert, daß die FAZ, wie auch kürzlich der Focus, scheinbar neue Töne ins Land spuckt. Dennoch ist es unwahrscheinlich, daß die politisch korrekten Medienorgane einfach so von ihrer ursprünglichen Umerziehungsagenda abrücken. In den Redaktionsstuben dürften mittlerweile alle Journalistenköpfe rauchen, um die Frage beantworten zu können, wie man alte Propagandaparolen so geschickt neu verpackt, daß sie zwar als neues Denken wahrgenommen werden, aber alte Absichten weiterverfolgen.

    So auch in diesem FAZ Artikel. Zwar wird darin festgestellt, daß es gar nicht so viele Nazis geben kann, wie bisher versucht wurde darzustellen, schon allein deshalb nicht, weil jeder anständige Mensch gleichzeitig ein guter und moralisch überlegener Anti-Faschist ist, so daß für die Rolle der Nazis und Rechtsextremen ja gar nicht mehr genügend Darsteller übrigbleiben, wie sie die Gutmenschen als ernstzunehmende Gegnerschaft doch dringend brauchen. Dennoch wird im Artikel nicht darauf verzichtet, den heute lebenden Deutschen aller Altersgruppen einzureden, sie seien auf jeden Fall ungeachtet ihres Alters für die im Dritten Reich geschehenen Gräueltaten irgendwie immer noch mitverantwortlich. Der Schuldkult wird nach wie vor bestens gepflegt, auch in diesem Artikel der FAZ und ganz besonders intensiv von unserem Bundesgauckler. Hier liegt es an jedem Einzelnen, im Jahre 2015 die Rolle des ewig schuldbeladenen Deutschen selbstbewußt, locker und entspannt zurückzuweisen.

    Die Chancen dafür, dem Schuldkult endgültig und dauerhaft eine Absage zu erteilen, waren noch nie so gut wie heute in den Zeiten der digitalen Revolution. Wie aus dem Beitrag „Macht definiert sich durch das Netz neu“ des Runden Tisches vom 19. Februar 2015 mit verlinktem Video hervorgeht, sind die althergebrachten Machtstrukturen in Politik und Wirtschaft am Bröckeln. Die Macht verschiebt sich mehr und mehr von den Anbietern zu den Nachfragern. Aufgrund der nichtlinearen Komplexität des weltweiten Netzes mit seinen nicht mehr vorhersagbaren und kontrollierbaren Eigendynamiken, die durch eine extrem vorangeschrittene weltweite Vernetzungsdichte der Menschen hervorgerufenen wurde, bestehen heute schier unzählige Möglichkeiten für viele einzelne Menschen, sich selber eigenverantwortlich für bessere Lebensbedingungen untereinander einzusetzen, unabhängig von irgendwelchen Verordnungen und Gesetzen irgendwelcher weltfremder Obrigkeiten. Die sind zwar oft störend, man muß sie aber auch nicht überbewerten. Die Menschen selber haben die Macht und die Wahl, den Wandel, der so oder so kommen wird, aktiv mitzugestalten, und zwar ohne Krieg und Gewalt, aber mit Tatkraft und Mut.

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