CSU schreibt von der AfD ab


Unsere Leser, wie Michael H., stehen für klare Worte. Seinen im Straubinger Tagblatt veröffentlichten Leserbrief stellte er auch uns zur Verfügung. Wir betonen wiederholt, unser Gesprächskreis „Rundertisch DGF“ ist vollkommen parteiunabhängig, oder noch besser gesagt, wie es ein eher linker Freund formulierte, „wir stehen den Parteien unterschiedlich fern oder nah“. Es zählt, ob sie patriotisch sind oder nicht. Michael H. hat das erkannt und bezeichnet die Forderungen der CSU eine Kopie der AfD, auf die der Wähler nicht hereinfallen sollte.


AfDinLandau1452016Zum Leitartikel von Dr. Gerald Schneider „Weckruf auf Amerikanisch“

In seinem Leitartikel schreibt Herr Dr. Schneider, „Auch wenn es viele überrascht hat, die Befindlichkeit vieler Menschen in den USA, aber auch hierzulande, ist offenbar für die Eliten in Politik, Demoskopie und Medien bereits so weit aus dem Blick gerückt, dass Entwicklungen, die schier unmöglich schienen, auf einmal wie eine Lawine alles überrollen.“ Mit dieser Einschätzung kann ich Ihm voll beipflichten, nicht aber mit seiner Aussage, die AfD kann keine Lösungen hierzu anbieten und die CSU sei die einzige der etablierten Parteien, die Lösungen
hat. Dann kennt Herr Dr. Schneider eben nicht das Grundsatzprogramm der AfD, denn würde er es kennen, würde er sehr schnell feststellen, dass die CSU eins zu eins bei der AfD abgeschrieben hat.

Die CSU hat ein neues Grundsatzprogramm namens „Die Ordnung“ beschlossen. Es erteilt einer multikulturellen Gesellschaft eine Absage, richtet sich gegen den politischen Islam und warnt vor einer Linksfront aus SPD, Grünen und Linken. Die CSU will als Volkspartei alle demokratischen Kräfte rechts der Mitte einbinden, sie bekräftigt ihre Forderung nach einer Obergrenze für die Zuwanderung. Nein zu Multi-Kulti.

All das waren schon immer Positionen der AfD. Zum Glück für die CSU gibt es für politische Ideen keinen Patentrechtsschutz. Hinzu kommt: Seit Herbst 2005 ist die Christlich-Soziale Union als Unionspartei an der schwarzroten Regierungskoalition in Berlin beteiligt. Sie ist also direkt mitverantwortlich an der aktuellen politischen Unordnung in Deutschland. Wie ernsthaft sind da die neuen CSU-Positionen? Ich jedenfalls finde sie wenig glaubwürdig. Da denkt man wohl in CSU Kreisen, wenn solche Forderungen, der AfD Wählerstimmen beschaffen, dann muss es doch bei uns auch klappen. Nur leider funktioniert das nicht so einfach, denn sie, die CSU wird wieder mit der Merkel-Partei antreten und da es für eine Regierungsbildung nicht reicht, wieder mit SPD oder den Grünen eine Koalition eingehen. Und so werden, wie in USA soeben geschehen, die politischen Eliten für ihre sinnentleerte Politik (Zitat Dr. Schneider) abgestraft und das ist gut so.

Michael H.

Foto zeigt die AfD Veranstaltung in Landau mit über 400 Teilnehmern (zum Vergrößern aufs Bild klicken)

3 responses to this post.

  1. Posted by Maria S. on 27. November 2016 at 10:52

    Wie immer kann ich mich auch hier der Meinung von Herrn Michael H. anschließen.
    Auch die CSU verliert immer mehr Wähler an die AfD. Aus diesem Grund übernimmt sie teilweise deren Ansätze. Für mich ist und bleibt die CSU völlig unglaubwürdig.

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  2. Posted by Uranus on 27. November 2016 at 10:46

    Seit 1990 bis Ende 2015 hat die CSU 22,5% ihrer Mitglieder verloren. Oder anders herum: Die CSU hatte Ende 2015 nur noch 77,5% ihres Mitgliederbestandes von 1990. Das ist, was die Prozentpunkte anbelangt, nur etwa die Hälfte des Mitgliederverlustes von SPD und CDU. Für das traditionsbewußte Bayern ist dieser Schwund aber dennoch phänomenal. Horst „Heißdampfgebläse“ Seehofer mag daran seinen Anteil haben.

    Da die CSU nach der Bundestagswahl 2017 wieder mitblasen möchte, muß sie natürlich jetzt schon die Heißdampfgeneratoren anlaufen lassen. Da ist es auch nichts Ungewöhnliches, wenn der für den Wahlkampf benötigte Heißdampf aus parteifremden Gefilden abgesaugt wird. Heutzutage ist es aber so, daß die Leitungen, durch die der aus den parteifremden Gefilden abgesaugte Heißdampf hindurchgeleitet werden soll, ziemlich löcherig geworden sind, so daß am Ende bei der CSU nur noch ein laues Lüftchen herauskommt und die eigentliche Herkunft dieses lauen Lüftchens auch noch eindeutig zu identifizieren ist.

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/192223/umfrage/mitgliederentwicklung-der-csu/

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  3. Hat dies auf wolfhilta rebloggt.

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