13.8.1961: Niemand hat die Absicht in Berlin eine Mauer zu bauen


Zum 13. August 1961

Der Schreiber dieser Zeilen saß mit seinen Eltern am Strand von Schillig, Ostfriesland, und feiert mit ihnen seinen 15. Geburtstag. Es gab keinen Urlauber, der nicht gespannt die Nachrichten hörte. Viele hatten ihre Kofferradios (damals große Mode) dabei. Die aufgeregten Urlauber, hauptsächlich Arbeiter aus dem Ruhrpott, die sich oft zum erstenmal einen Urlaub leisteten, diskutierten über die Meldungen zum Mauerbau in Berlin. Die Angst vor einem 3. Weltkrieg war groß. Der 2. Weltkrieg war erst 16 Jahre vorbei. Dieser Kriegsgeneration saß aber dieses fürchterliche Ereignis noch in den Knochen, als wäre es erst gestern zu Ende gegangen. Der Kommunist Ulbricht kurz zuvor: “ Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen!“  Und dazu noch eine Fundsache!

Diese brutale Teilung Deutschlands hat mein politisches Handeln wohl das ganze Leben bis heute geprägt. Bei Demonstrationen für die Wiedervereinigung unseres Landes in den kommenden Jahren war ich immer dabei. In der Nacht zum 13. August habe ich als Student mit anderen regelmäßig in der Stadtmitte von Detmold zur Erinnerung an die Ermordeten der Mauer und Zonengrenze heimlich und ohne Genehmigung große Birkenkreuze aufgestellt. Am nächsten Tag war die Aufregung in Lippe/NRW immer groß, wer waren die Bösewichte? Die Dummheit beherrschte schon in den 70er und 80er Jahren die Masse und die örtlichen Medien. An den Hochschulen gaben die Linksextremen bereits den Ton an und die meisten Professoren kuschten feige. Selbst der RCDS, die Studenten der CDU, hatte nichts mehr zu melden.

1989 hielt ich in einem kleinen Dorf in Niederbayern eine Rede zur anstehenden Kommunalwahl. Anwesend waren etwa 30 Zuhörer, die Hälfte davon waren in der Uniform der Freiwilligen Feuerwehr gekommen. Als ich dann zum Schluß erklärte, was mich eigentlich politisch rumtreibt, die Teilung Deutschlands, die überwunden werden muß, erntete ich ungläubiges Staunen. „Noch bevor ich 80 werde (ich war 43) wird die Mauer fallen,“ war mein Schlußsatz. Noch im selben Jahr fiel die Mauer, die Welt änderte sich. Fazit dieser Geschichte, möglicherweise stehen wir auch heute wieder vor einem großen Umbruch, passen wir auf, daß unser Deutschland, die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder nicht unter die Räder gerät.

J.H.

Advertisements

One response to this post.

  1. Posted by AFD-Wählerin on 13. August 2017 at 19:07

    Vielen Dank für den persönlichen und sehr bewegenden Bericht zum 13. August 1961. Auch ich habe unter der Teilung Deutschlands sehr gelitten. In meiner Schul- und Studienzeit war ich häufig in Westberlin bei Bekannten meiner Eltern. Allein die Fahrten dorthin waren eine Qual. Stundenlanges Warten und bösartige Schikanen an den Grenzen, traurige und verzweifelte Deutsche in der russisch besetzten Zone, die um Hilfe baten. Das zerrissene, zerbombte und morbide Westberlin, die schillernden Fassaden so bleich und künstlich. Viele Nächte wurden durchgetanzt und gefeiert, aber wirkliche Freiheit und Fröhlichkeit habe ich nie empfunden. Auch nicht am schönen Wannseestrande. Ich bin froh, dass zumindest die brutale Teilung Deutschlands Geschichte ist. Aber das niemals souveräne Deutschland hat dafür einen hohen Preis bezahlt und steht noch immer unter Besatzungsrecht.

    Gefällt mir

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: