Demokraten: SPD oder AfD?


Es sind Europas Nationalstaaten, die den Bezugsrahmen bilden, in dem Demokratie praktisch gelebt wird. Die Stärke unseres Kontinents liegt nicht in der Einförmigkeit, sondern in der Vielfalt. Das garantiert nur ein „Europa der Vaterländer“.

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8 responses to this post.

  1. Posted by AFD-Wählerin on 9. Dezember 2017 at 17:21

    Lieber Uranus, nein, wir haben keine Demokratie, allenfalls den Schein einer Demokratie. Es gibt kein souveränes Deutschland, sondern eine rumpfdeutsche Besatzungszone der US-Amerikaner. Das wissen die Bürger aber nicht, und sie wollen das auch gar nicht wissen. Die Forderung der AfD nach direkter Demokratie dürfte für die Besatzer das größte Problem sein. Denn obwohl die Scheinsouveränitätskomödie längst aufgeflogen ist, scheint die Nachricht nicht angekommen zu sein. Erst wenn sich das Volk in direkten Abstimmungen – etwa zu den Themen „Vereinigte Staaten von Europa“, Haftungsgemeinschaft, Zugriff auf den deutschen Einlagensicherungsfonds, EU-Finanzminister, EU-Steuern, Familiennachzug subsidiär Schutzbedürftiger, Einwanderungspolitik usw. – äußern dürfte und die Meinungsäußerung dann militärisch niedergeschlagen werden würde, käme die Botschaft an.

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    • Posted by Uranus on 10. Dezember 2017 at 9:12

      Liebe AFD-Wählerin, Sie sprechen da ein urmenschliches Phänomen an, das den Umgang von Menschen untereinander nicht einfacher macht, nämlich die Wahrnehmungsfilter, die jeder Mensch, auch der Schreiber dieser Zeilen, seinem Bewußtsein mehr oder weniger durchlässig vorgeschaltet hat. Dieses Phänomen oder diese urmenschliche Eigenart ist schon mindestens zweitausend Jahre bekannt, denn schon im biblischen Text des Neuen Testamentes steht geschrieben:

      Matthäus 13, V13 und 14:
      »Darum rede ich [Jesus] zu ihnen durch Gleichnisse. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht, und mit hörenden Ohren hören sie nicht; denn sie verstehen es nicht. Und über ihnen wird die Weissagung Jesaja’s erfüllt, die da sagt: „Mit den Ohren werdet ihr hören, und werdet es nicht verstehen; und mit sehenden Augen werdet ihr sehen, und werdet es nicht verstehen.… «

      Zwar hatte ich in meinem Ursprungskommentar zu diesem Beitrag des Runden Tisches die Phrasenhaftigkeit des obigen Plakates kritisiert, jedoch werfe ich das in diesem Fall niemandem vor. Was die nicht vorhandene politische Souveränität Deutschlands bzw. des bundesrepublikanischen Staatsgebildes anbelangt, so weiß ich leider auch nicht, was das richtige Verhalten der AfD gegenüber ihren Mitgliedern und den (potentiellen) Wählern ist. Falls die AfD hier einen knallharten Aufklärungskurs über den tatsächlichen nationalen und internationalen politischen Status der BRD fahren würde, könnte sie damit nicht wenige Leute vor den Kopf stoßen. Falls sie andererseits volle Kanne das illusionäre Theater um die nicht vorhandene Souveränität und Demokratie weiterspielen will und so tut, als wären sie vorhanden, dann könnte sie damit wieder andere Leute verärgern, die sich dann fragen: Auf welchem Planeten leben die eigentlich? Tja, was ist richtig?

      Zur sonntäglichen Entspannung und Erbauung hier mal den oben angeführten Bibeltext, wie er in »De Bibl auf Bairisch« geschrieben steht:

      »Dösswögn prödig i ien in Gleichnisser, weil s saeghnd und doch nix seghnd, und hoeretnd und doch nix hoernd; und versteen tuend s gar nix. «

      (Anmerkung: Den Bibeltext auf Bairisch habe ich buchstabengetreu von bibeltext.com übernommen. Als gebürtigem Hessen kommt es mir trotzdem so vor, als wären da Übersetzungsfehler drin, aber das sind vielleicht nur die Feinheiten der Bairischen Mundart.)

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      • Posted by Maria S. on 10. Dezember 2017 at 13:12

        Ja, für die AfD ist die Aufklärung alles andere als einfach. Auf keinen Fall darf sie mit der Tür ins Haus fallen, weil viele Leute die Fakten nicht glauben würden. Die Bürger müssen langsam, Schritt für Schritt an die Wahrheit herangeführt werden.

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      • Posted by AFD-Wählerin on 10. Dezember 2017 at 15:18

        Lieber Uranus, vielen Dank für Ihre Antwort und den bayerischen Bibeltext. Trotz etwaiger Übersetzungsfehler ist er sehr gelungen. Das wäre wohl auch das Rezept für die AfD: In Gleichnissen reden. Dazu sollten wir uns etwas einfallen lassen, um der AfD zur Seite zu stehen. Vielleicht machen einige Teilnehmer des Runden Tisches Dingolfing mit und präsentieren ein Gleichnis. Mir ist noch keins eingefallen. Fichtes Reden an die deutsche Nation würden heute wohl keine Wirkung mehr erzielen. Ein einfaches Gleichnis, das alle verstehen, als Weihnachtsgeschenk.

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      • Posted by Uranus on 12. Dezember 2017 at 9:53

        Liebe AFD-Wählerin, eines der bekanntesten Gleichnisse ist das Gleichnis vom verlorenen Sohn, in dem ein Sohn sein Elternhaus verläßt und nach Jahren reumütig zurückkehrt, nachdem er in der Zwischenzeit so lebte, wie er das wollte und dabei sämtlichen Besitz, über den er verfügte, verplempert hatte. Gleichnisse sind eine gute Sache, um denen, die wirklich etwas lernen wollen, etwas zu verdeutlichen. Sie können aber auch dazu mißbraucht werden, psychischen und moralischen Druck auszuüben, vor allem auf Kinder. Eltern könnten das Gleichnis vom verlorenen Sohn dazu mißbrauchen, ihren Kindern zu erklären, daß es ihnen im Leben einmal schlecht ergehen werde, wenn sie nicht das tun, was die Eltern sagen, wie ich aus eigener Kindheitserfahrung weiß.

        Es kommt auf das fachliche Können und die Absichten des Gleichnisgebers an, aus welchen Motiven heraus er seinen Zuhörern das Gleichnis erläutern oder doch eher aufzwingen will. Im Fall des verlorenen Sohnes, ein in der Bibel verzeichnetes Gleichnis, war Jesus, Gottes Sohn, der Gleichnisgeber. Für die formale Betrachtung eines Gleichnisses spielt es keine Rolle, ob das geschilderte Gleichnis in der Vergangenheit tatsächlich stattgefunden hat, ob Jesus tatsächlich Gottes Sohn war, ob er tatsächlich gelebt hat, ob er tatsächlich gekreuzigt wurde, oder ob überhaupt irgend jemand an Gott glaubt. Jesus wird in der Bibel als eine Art höhere Autorität geschildert, die aufgrund dieser höheren, von Gott gegebenen Autorität berechtigt war, Gleichnisse kraftvoll und glaubwürdig zu vermitteln.

        Ob ein Gleichnis kraftvoll und glaubwürdig vermittelt werden kann, hängt wesentlich aber auch von der Gesinnung der Zuhörer ab. Konsequenten Realitätsverweigerern, die sich in ihrem Leben ausschließlich mit den gängigen Ideologien haben indoktrinieren lassen, kann keine Macht auf Erden irgend etwas vermitteln. Und linksrotgrün versiffte Ideologieverblendete sind nun mal konsequente Realitätsverweigerer, die alles verleugnen, was den Dogmen, die sie sich haben eintrichtern lassen, widerspricht. Man kann denen Gleichnisse mit Engelszungen predigen, es wird nicht nützen. Man kann versuchen, es ihnen mit dem Holzhammer einzubleuen, das wird schon überhaupt nichts nützen, obwohl man mit dieser Methode bei denen auch nicht gerade viel kaputtmachen kann.

        Im großen und ganzen finde ich die Art und Weise, wie die AfD ihre Opposition gestaltet, gar nicht so schlecht. Man muß bedenken, daß die AfD absoluten Medien- und Politprofis gegenübersteht, die rhetorisch extrem gut geschult sind. Was das Führen von Wortgefechten anbelangt, da besteht für die AfD-Leute in der Tat ein riesiger Nachholbedarf. Wenn die AfD auf der großen politischen Bühne dauerhaft bestehen will, dann bleibt ihr gar nichts anderes übrig, als mit großer Anstrengung zu versuchen, diesen Rückstand in den Fähigkeiten der strategischen und taktischen Gesprächsführung aufzuholen. Wer in einem Interview mit Claus Kleber und Marietta Slomka punkten will, der hat keine andere Wahl, als sich hier intensiv fortzubilden. Es ist klar, daß das nicht jedermanns Sache ist und auch nicht sein kann.

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      • Posted by Maria S. on 12. Dezember 2017 at 13:21

        Ich bin mir da nicht so sicher. Möglicherweise kommen authentische AfD-Politiker beim Volk besser an, als höchst professionelle und geschliffene Wortakrobaten wie Schulz. Letztere versprechen das Blaue vom Himmel und winden sich aus jedem nicht angenehmen Thema heraus. Viel reden, aber nichts sagen.

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  2. Posted by Maria S. on 9. Dezember 2017 at 17:21

    Ich bin für ein Europa der Vaterländer. Danke AfD!

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  3. Posted by Uranus on 9. Dezember 2017 at 11:07

    Genauso, wie ich kürzlich die Phrasenhaftigkeit eines Plakates mit einem Foto und einem Spruch des Heiligen Martins kritisiert habe, so kritisiere ich nun die Phrasenhaftigkeit des obigen Plakates mit einem Foto und einem Spruch Alice Weidels. Ich bin immer leicht verblüfft, wenn Politiker des bundesrepublikanischen Staates, egal wer, von „unsere[r] Demokratie“ sprechen. Wessen Demokratie konkret ist „unsere“? Wen sonst noch, außer sich selbst, schließt Alice Weidel in dieses „unsere“ mit ein? Falls damit die deutschen Staatsangehörigen in ihrer Gesamtheit gemeint sein sollten, dann ist diese Aussage falsch. Falls damit die autochthonen Deutschen gemeint sein sollten, dann ist diese Aussage ebenfalls falsch.

    Statt einer Verfassung, die sich das Staatsvolk selbst gegeben hat, gibt es in der BRD immer noch nur ein Grundgesetz, ein Konstrukt der alliierten Besatzer nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, das immer noch Bestandteil des immer noch in der BRD gültigen bereinigten Besatzungsrechts der Westalliierten von 2007 ist. Von „unserer“ Demokratie könnten die Deutschen Staatsbürger – vielleicht – dann sprechen, wenn sie sich irgendwann mal die im Grundgesetz der BRD angekündigte Verfassung in einer freien Abstimmung selbst gegeben hätten, bzw. hätten geben dürfen, und dann auch nur, wenn diese „unsere“ Demokratie in der täglichen Lebenspraxis auch tatsächlich ausgeübt werden würde.

    Nur eine einfache Frage an jeden Leser: Haben wir, die deutschen Staatsbürger, in der BRD Demokratie?

    Wenn Alice Weidel sich auf dem obigen Phrasenplakat einsetzen will „Für ein souveränes Deutschland – statt »Vereinigte Staaten von Europa«“, dann ist das eine völlig legitime Forderung. Allerdings hört sich diese Forderung, so formuliert, so an, als gäbe es bereits ein souveränes Deutschland, an das der Heilige Martin und die SPD nun die Axt anlegen wollten.

    Bei allen Debatten zu diesem Thema wäre es nicht verkehrt, im Hinterkopf zu behalten, daß die BRD immer noch eine Besatzungszone der Westalliierten ist (die Sowjetunion bzw. Rußland gehört seit 1990 nicht mehr zu den Besatzern). Aus Sicht der Amis ist die BRD sogar eine Militärdiktatur, und zwar bis zum Jahr 2099. Unter diesem Aspekt betrachtet wird manches verständlicher, was in der BRD so alles passiert.

    Die Feststellung dieser Tatsache soll aber auch dazu dienen, etwas Verständnis für die Politik der AfD aufzubringen, und zwar dann, wenn es mit dem, was die AfD will, nicht so schnell vorangeht, wie mancher sich das vielleicht wünscht. Selbst wenn die AfD in alleiniger Regierungsverantwortung wäre und scheinbar die Geschicke der BRD lenken könnte, so unterläge sie doch gerade in dieser Situation den erheblichen Zwängen des Tiefen Staates, über die sich auch die AfD nicht so einfach hinwegsetzen könnte, ohne materiellen Schaden und starke Beeinträchtigungen der leiblichen und psychischen Gesundheit ihrer Führungskräfte hinnehmen zu müssen.

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