Amtsgerichtspräsident: Die tägliche Erfahrung spiegelt die „Polizeiliche Kriminalstistik“ nicht wider!


Prof. Dr. Jörg MeuthenVerifizierter Account @

One response to this post.

  1. Posted by Uranus on 17. Mai 2018 at 14:04

    Damit bestätigt der Präsident des Amtsgerichts Leipzig das, was Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, bereits früher festgestellt hat. Die Polizeiliche Kriminalstatistik ist eine reine Arbeitsstatistik der Polizei, allein zum polizeiinternen Gebrauch bestimmt, die keine Aussage über die Realität zuläßt. An diesem Beispiel läßt sich gut aufzeigen, daß es gar nicht so einfach ist, wie es scheint, gültige Aussagen über die Realität zu machen, vor allem nicht über die Realität, die außerhalb des eigenen Erfahrungsbereiches liegt. Behaupten kann jeder etwas, aber eine Behauptung ist noch keine gültige Aussage über die Realität. Deshalb sind alle Meldungen und Berichte, die von Dritten verbreitet werden, wirklich ALLE OHNE AUSNAHME, seien es Meldungen von der BILD-Zeitung oder vom Compact-Magazin, Verlautbarungen vom Pabst oder vom Dalai Lama, mit größter Vorsicht zu genießen.

    Oft gibt es auch eine erhebliche Diskrepanz zwischen der Realität, die durch die Meldungen Dritter im eigenen Gehirn erzeugt wird, und der Realität des persönlichen, unmittelbaren, eigenen Erlebens. Dazu eine einfache Frage: Wer von der Redaktion des Runden Tisches und wer von den Lesern dieses Blogs ist schon einmal direkt und unmittelbar Opfer einer Straftat geworden, die von einem kulturfremden Eindringling ausging? Der Hinweis, man kenne jemanden, der jemanden kennt, dessen Bekannter erzählt hat, daß…, zählt hier nicht. Ich selbst bin noch keiner solchen Straftat zum Opfer gefallen, aber das ist ebenfalls keine gültige Aussage über die Realität außerhalb meiner eigenen, und es ist auch keine Garantie dafür, daß mir künftig solches nicht doch widerfahren könnte. An diesem Punkt läßt sich aber gut erklären, weshalb eine Veränderung oder gar eine Verbesserung der allgemeinen Lage in Deutschland so furchtbar schleppend und langsam vorangeht. Immer noch sehr große Anteile der Bevölkerung sind in der komfortablen Lage zu sagen: „Was wollt ihr denn, es geht uns doch gut. Wir sind Exportweltmeister. Wir sind gerade (noch) Fußballweltmeister. Wo sind denn die Probleme, von denen ihr ständig redet?“

    Diese immer noch weit verbreitete kollektive Geisteshaltung ist es, die eine zügige Lösung der real vorhandenen Problemstellungen enorm bremst und die viele Wähler dazu veranlaßt, immer wieder dieselben politischen Parteien zu wählen, die sie schon immer gewählt haben, ohne zu wissen, warum eigentlich.

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