Urlaub in Südtirol


Seit meiner Studentenzeit ist ein Urlaub im schönen Südtirol in der letzten Oktoberwoche fast ein Muß. Neben mir und meiner Frau sitzt am Frühstückstisch ein Ehepaar aus Nürnberg. Die Frau, „mein Mann hängt jetzt ständig am Smart-Phon und hört sich dort z.B. einen Curio an. Obwohl er seit Jahrzehnten CSU Mitglied ist, interessiert er sich jetzt erst so richtig für Politik.“ „Dr. Curio, ist der nicht der innenpolitische Sprecher der AfD“, frage ich und überrasche damit meine Tischnachbarn über meine Kenntnis zu dieser Person, dieses Bundestagsabgeordneten. Eigentlich redet man in so einem feinen Hotel nicht über Politik, erst recht nicht über die „böse“ AfD, denn andere könnten ja auch noch etwas aufschnappen und  man ist dann möglicherweise während der Aufenthaltszeit der Bösewicht im Hotel, den man meidet. Meiner Frau hatte ich versprochen, das Politisieren jetzt mal für eine Woche auszusetzen. Aber was kann ich dafür, daß wir von nebenan so angesprochen werden. Nun mischten aber beide Frauen mit, meine Nachbarin empfahl ihrem Mann, nun auch konsequent zu sein und aus der CSU auszutreten, wenn er schon von solchen Leuten wie dem Curio begeistert sei. Ich nannte noch diese Seite „rundertischdgf“, auf der man mehr erfährt. Es ist ein wunderschöner Tag in Südtirol, zum Debattieren eigentlich zu schade. Deshalb wünschen wir den Nürnbergern noch einen schönen Tag, fahren nach Saltaus zur Seilbahn, damit bis zur Mittelstation und dem Dörfchen Prenn. Ein Musterdorf auf über 1400 Meter Höhe, kleine alte Kirche mit Friedhof und Ehrenmal, Selbst die Freiwillige Feuerwehr gibt es hier oben. Im Gasthaus Sterneck kehren wir ein, wir bestellen Hirtennudeln, wie immer, wenn wir hier rasten, dazu ein Viertel Rotwein, vom Wirt, dem Gustl, bekommen wir einen Holunderschnaps gratis. Am Abend im Hotel waren wir uns mit dem Nürnberger Ehepaar einig, wir müssen uns für die Erhaltung und die Zukunft unseres Kulturkreises einsetzen.

J.H.

 Zum Gedenken der Gefallenen von Prenn, eine Schicksalsgemeinschaft! (Vergrößern durch mehrmaliges Anklicken)

 

2 responses to this post.

  1. Posted by Uranus on 30. Oktober 2018 at 10:07

    Es ware mal interessant zu erfahren, zu wem die Südtiroler gehören wollten, ließe man sie denn ein Referendum darüber abhalten, was natürlich im Moment unrealistisch ist. Ein mögliches Ergebnis wäre dann auch, daß die Südtiroler zu überhaupt keiner anderen Nation gehören wollten, sondern lieber eine eigenständige, unabhängige, freie Volksgruppe in regionaler Selbstverwaltung und friedlicher Koexistenz zu ihren Nachbarn bilden wollen würden.

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  2. Posted by Notwende on 29. Oktober 2018 at 19:46

    Ich lebte und arbeitete viele Jahre in diesem wunderschönen Land. Anfang der 90er Jahre war Südtirol noch ein durch und durch deutsches Land. Wie traurig macht mich der Unterschied zu heute!
    Es gibt lediglich nur rund 400.000 Südtiroler; und der „Todesmarsch der Südtiroler“, vor dem Kanonikus Michael Gamper1953 warnte, ist mittlerweile bittere Realität.

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