Man wird doch wohl noch sagen dürfen (oder doch nicht)?


Demokratie an den bayerischen Stammtischen? Man darf nicht mehr über alles reden. Meinungsfreiheit gibt es schon noch, ein Streitgespräch über die Leistung von Bayern München am Wochenende! Praktizierte Meinungsfreiheit scheint in den neuen Bundesländern weiter zu sein als in den alten. Man wird das Gefühl nicht los, die DDR2 ist im Westen angekommen. Fundsache auf Twitter:
Studioexperte @ProfRasen
“«Die volkseigene Erfahrung». Oder warum die DDR in Deutschland plötzlich wieder zum Thema wird”

Im Landtagswahlkampf im deutschen Osten beruft sich die AfD auf die friedliche Revolution von 1989. Diese steht im Zentrum der Debatte, was aus deren ideellem Erbe geworden ist und wer dieses…

2 responses to this post.

  1. Posted by Uranus on 17. August 2019 at 11:16

    Der Gebrauch des Ausdrucks »man wird doch wohl noch sagen dürfen« ist eine sich selbst rechtfertigende und wenig selbstbewußte Verteidigungshaltung, die der Aussage Ernst Jüngers Verschub verleiht, nach der die Annahme der Frage bereits der erste Schritt zur Unterwerfung ist.

    Selbstverständlich darf man auch heute noch alles sagen, was man aus tiefer Überzeugung sagen will, war es doch schon immer so, daß selbstbewußt vorgetragene Aussagen eines Menschen sowohl Zustimmung, als auch Ablehnung hervorgerufen haben. Heutzutage ist es jedoch so, daß gewisse Äußerungen stärkeren Gegenwind hervorrufen können, zunehmend sogar kriminelle und gewalttätige Handlungen, als das in früheren Jahren der Fall war. Es war jedoch schon immer so, daß ein Mensch, der etwas öffentlich sagen wollte, gut beraten war, sich VORHER zu überlegen, welche Folgen seine Äußerungen hervorrufen könnten, obgleich kein Mensch ALLE Folgen seiner Äußerung vorhersehen kann.

    Wenn nun ein Mensch sich dazu entschlossen hat, öffentlich etwas zu äußern, dann sollte er sich auch darüber im Klaren sein, daß es daraufhin mehr oder weniger starken Gegenwind geben könnte. Das sollte er selbstbewußt und aufrecht stehend aushalten können, ohne dabei in die weinerliche Rechtfertigungshaltung »das wird man doch wohl noch sagen dürfen« zu verfallen. Stattdessen wäre es angebracht, das eigene Rückgrat aufzurichten und, wenn überhaupt darauf zu antworten, zu sagen »das habe ich gesagt und dazu stehe ich«. Damit hätte dieser Mensch, um es mit Ernst Jünger zu sagen, die Frage nicht angenommen und er wäre den ersten Schritt zur Unterwerfung nicht gegangen.

    Für mich ist daher der Gebrauch des Satzes »das wird man doch wohl noch sagen dürfen« der erste Schritt zur Unterwerfung unter das Wertesystem eines anderen.

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  2. Posted by Maria S. on 17. August 2019 at 10:58

    Klar haben wir noch die Meinungsfreiheit.
    Über`s Kochen, Putzen und Waschen dürfen wir in der Öffentlichkeit immerhin noch frei reden.

    Antworten

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