Dingolfing: Coronaschnelltest und der Friseurtermin


Es wird dringend Zeit, die eigene Frisur wieder mal zu richten. Zu lang ist zu lang, wenn man Normalschnitt bevorzugt. Aber was ist schon ordentlich? In Coronazeiten ist das aber nicht so einfach. Bei Inzidenz über 100 ist ein negativer Test als Eintrittskarte beim Friseur notwendig. Dingolfing hat über 200, der höchste Wert aller Landkreise in Ostbayern. Also gestrige Anmeldung über das Internet. Da fängt es schon an: Anmeldeformular nur ausfüllbar, wenn man auch die Nummer des eigenen I-Phones angibt. Hab ich nicht. Nehme ich die meiner Frau, denke ich. Schon gibt es Streit. „Was soll das, das bringt alles durcheinander“, meint sie. Ich setze mich durch. Terminreservierung heute 10.20 Uhr. Also Schnelltest, geht ruckzuck, dann mit Negativergebnis zum Friseur am Marienplatz, Einkaufen auf dem Markt geht auch noch. Hin zur Station gegenüber dem Sportpark. Anstehen in der Schlange. Die junge Frau an der Anmeldung überprüft meinen Namen. Gut so, in der Liste eingetragen. Nun will sie aber noch meine Registriernummer haben. Die steht im I-Phone meiner Frau. Ich habe das dabei, bin aber im Umgang mit dem aber nicht geübt. Mit Hilfe der Anmeldedame finde ich die Nummer über „Whatsapp“ unter Nachrichten. Abmarsch in die Kabine. Das Wattestäbchen wird ziemlich weit und unangenehm in die Nase eingeführt und dort dreimal gedreht. Das Testbesteck wird zur Auswertung in die nächste Kabine weitergereicht. 20 Minuten müssen Sie warten, heißt es. Ich setze mich geduldig auf einen Stuhl, neben mir mit Abstand und Maske zwei weitere Wartende. Es vergehen die 20 Minuten langsam. Mein Nachbar wird unruhig, er warte schon über anderthalb Stunden. Er braucht das Ergebnis zum Übertritt der Grenze nach Österreich. Seine Frau ruft ungeduldig an, wo er den bleibe. Mittlerweile sind 40 Minuten statt 20 vergangen. Meine Frau, die draußen wartet, macht sich Sorgen und schaut nach, ob mir was passiert sein könnte. Nun rühre ich mich. Die Anmeldedame sagt, das Ergebnis liegt schon auf ihrer Emailadresse vor. Schön. Nach Griesbach fahren, PC anschalten, Email ausdrucken, wieder nach Dingolfing rasen. Jetzt werde ich sauer. Sie mühen sich nun um einen Ausdruck, den sie nach allerlei Fummelei sowohl für den „Österreicher“ und mich hinkriegen. Damit jetzt aber schnell zum Frisörmeister. Wegen des notwendigen Testes komme ich gleich dran, weil die Kunden fehlen. Während Max meine Ohren freilegt und den Nacken rasiert diskutieren wir über den Sinn und Unsinn der Coranamaßnahmen. Mit Haarwäsche dauert der neue „Putz“ eine viertel Stunde. Ich zahle und muß mich noch in eine Anwesenheitsliste eintragen. J.H.

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6 responses to this post.

  1. Posted by Voltaire on 14. Mai 2021 at 18:18

    Friseurtermin heute OHNE Anmeldung OHNE Schnelltest, OHNE Maske (Neudeutsch: Mund-Nase-Bedeckung) oder sonstiger behördlicher Auflagen. Einfach das Friseurgeschäft betreten und den Chef um Kürzung der Haare gebeten – das wars!

    Anschließend noch Körperpflegemittel eingekauft. Wurde von der Eingangskontrolle aufgehalten da ich keine Maske getragen habe. Den Eingangswächter darum gebeten, den Geschäftsführer zu rufen. Die nette Geschäftsführerin hat mich dann während des gesamten Einkaufs durch das Geschäft begleitet um mir den Einkauf – selbstverständlich maskenfrei – zu ermöglichen.

    Zuletzt noch in meinem Stammcafe mich in den Außenbereich an einen freien Tisch gesetzt. Der Inhaber ließ es sich nicht nehmen mich als Stammgast persönlich zu begrüßen und hat nach einem small talk meine Bestellung aufgenommen. Den Zettel zur Kontaktnachverfolgung hat er – wie stets in Vergangenheit – unausgefüllt wieder zurück genommen.

    Ach ja. Bei zwei Fahrkartenkontrollen in öffentlichen Verkehrsmitteln wurde ich zuerst in der U-Bahn nicht mal auf die fehlende Maske angesprochen, in der anschließenden S-Bahn-Fahrt hat man mich freundlich gebeten die Maske aufzusetzen, was ich jedoch dankend – ebenso freundlich – ablehnte; und KEINEN der mitfahrenden Fahrgäste hat’s gestört!!!

    Mein Lebensmotto:

    „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde“ (Kategorischer Imperativ, I. Kant). oder anders ausgedrückt:

    „Freiheit ist die Unabhängigkeit von eines anderen nötigender Willkür“ (I. Kant zum Zweiten).

    Die Indoktrination (Gehirnwäsche) von debilen Politkern und ihrer Vasallen funktioniert bei mir nicht. Für mich ist schon länger GG Art. 20 Absatz 4 in Kraft getreten.

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    • Wo war das? In Dingolfing ist das nicht möglich. mfg rundertischdgf

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      • Posted by Voltaire on 14. Mai 2021 at 19:13

        Wenn nächste Woche das Wetter mitspielt, werde ich mit meinem Motorrad über Passau nach Österreich fahren. Vielleicht sollte ich in Dingolfing einen Stopp einlegen damit ich mich persönlich davon überzeugen kann, dass auch dort FREIHEIT herrscht. Es ist einfach eine Frage des WOLLENS – so meine Erfahrungen in den letzten 12 Monaten.

        PS: Wenn mir tatsächlich der Zutritt zu Ladengeschäften verwehrt wird – was äußerst selten vorkommt – dann gebe ich einfach meine Bestellung vor der Ladentüre auf und lasse mir die Ware von Angestellten bringen… hat in der Vergangenheit bisher IMMER funktioniert!

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    • Posted by Uranus on 15. Mai 2021 at 10:17

      Macht hat, wer macht!!

      Das ist genau die Art des zivilen Ungehorsams, die in diesen Tagen so bitter nötig ist. Allerdings ist das nicht jedermanns Sache. Menschen, die sich in einer Opferrolle eingerichtet haben, verfügen gar nicht über das Selbstvertrauen, das für ein derartiges Handeln erforderlich wäre. Sie, werter Voltaire, verbreiten vermutlich eine Aura um sich herum, innerhalb der die Menschen ihrer Umgebung das Empfinden haben mögen, sich besser nicht mit Ihnen anzulegen. Oder positiver fomuliert: Die Menschen Ihrer Umgebung mögen bei Ihrem Auftreten das Empfinden haben, endlich mal einem lebenden Menschen zu begegnen.

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  2. Posted by Hans-Josef Unland on 14. Mai 2021 at 16:26

    „Ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode.“
    – Shakespeare in Hamlet –

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